Weißes Haus setzt auf psychedelische Therapien gegen psychische Krisen

Die Trump-Administration hat eine exekutive Anordnung unterzeichnet, die die schnelle Zulassung psychedelischer Therapien wie Ibogain für die Behandlung von PTSD und anderen schweren psychischen Erkrankungen vorantreiben soll. Die Maßnahme umfasst eine deutliche Ausweitung der Forschungsförderung, beschleunigte Prüfverfahren der FDA und erleichterten Zugang für Patienten mit lebensbedrohlichen psychischen Störungen.

Die Anordnung nennt Ibogain explizit – trotz begrenzter wissenschaftlicher Erkenntnisse und bekannter Sicherheitsrisiken. Gleichzeitig signalisiert die Regierung mit der Initiative einen grundlegenden Wandel in der Drogenpolitik, der kürzlich durch die angestrebte Herabstufung von medizinischem Cannabis unterstrichen wurde.

50 Millionen Dollar für staatliche Forschungsprojekte

Präsident Trump unterzeichnete die Anordnung am 18. April, um die Forschung und den Zugang zu psychedelischen Therapien zu beschleunigen. Ein zentraler Bestandteil ist die Vereinfachung der FDA-Zulassungsverfahren für hochpriorisierte Behandlungsmethoden. Besonders im Fokus steht die psychische Gesundheit von US-Veteranen, die überproportional von PTSD und Depressionen betroffen sind.

Die Initiative wird von einer breiten Allianz unterstützt, zu der Forschungsorganisationen, Ärzte, Veteranenverbände und der Podcaster Joe Rogan gehören. Zudem stellt die Regierung 50 Millionen Dollar für staatliche Studien zu psychedelischen Substanzen bereit.

Von der Subkultur ins Oval Office

Psychedelika wie LSD, Psilocybin („Magic Mushrooms“) und DMT wirken auf das Serotonin-System des Körpers und können Wahrnehmungsveränderungen, Halluzinationen und ein verändertes Selbstbild auslösen. In den letzten Jahrzehnten hat sich das Forschungsfeld von der Randkultur hin zu einem ernsthaften politischen Thema entwickelt. Aktuell werden psychedelische Therapien bei einer Vielzahl von Erkrankungen untersucht, darunter Suchtstörungen, Depressionen, Angstzustände und PTSD.

Experten warnen vor vorschnellen Zulassungen

Während die Anordnung als historischer Schritt gefeiert wird, melden sich auch kritische Stimmen zu Wort. Einige Experten befürchten, dass eine überstürzte FDA-Zulassung experimenteller Therapien Patienten gefährden könnte.

„Es ist absolut vernünftig, den Einsatz von Psychedelika bei schwer behandelbaren Störungen wie PTSD zu erforschen“, sagte Dr. Richard Friedman, Psychiater und Leiter der Psychopharmakologie-Klinik an der Weill Cornell Medicine. „Was wir jedoch nicht tun dürfen, ist die Prüf- und Bewertungsverfahren zu beschleunigen, wenn dies zu Lasten der Sicherheit geht.“

Matthew Johnson, PhD, Professor für Psychiatrie an der Johns Hopkins University, begrüßte die Initiative als „erfreuliche Nachricht“ und betonte, sie baue auf „Jahrzehnten wissenschaftlicher Forschung“ auf.

Ziel: Senkung von Suizidraten und psychischen Erkrankungen

Die exekutive Anordnung zielt darauf ab, die Suizidraten und die Belastung durch schwere psychische Erkrankungen in den USA zu reduzieren. Dazu sollen folgende Maßnahmen umgesetzt werden:

  • Forschung fördern: Erhöhung der staatlichen Mittel für Studien zu psychedelischen Therapien.
  • Zugang erleichtern: Beschleunigte Bereitstellung von Therapien für Patienten mit lebensbedrohlichen psychischen Erkrankungen.
  • FDA-Verfahren optimieren: Einführung von „Commissioner’s National Priority Vouchers“ für prioritäre Behandlungen.

Die Anordnung markiert einen der umfassendsten bundesweiten Schritte in der Regulierung psychedelischer Substanzen – und könnte die medizinische Landschaft nachhaltig verändern.

Quelle: Healthline