NASA-Wissenschaftsbudget soll um fast die Hälfte gekürzt werden
Die US-Regierung unter Donald Trump hat erneut einen Haushaltsentwurf für die NASA vorgelegt, der massive Einschnitte in den Wissenschaftsbereich vorsieht. Der Vorschlag für das Haushaltsjahr 2027 sieht eine Reduzierung des NASA-Wissenschaftsbudgets um 47 Prozent vor, während die Gesamtfinanzierung der Raumfahrtbehörde um 23 Prozent sinken soll. Dies würde die wissenschaftliche Arbeit der NASA schwer beeinträchtigen und steht im Widerspruch zu den Beschlüssen des Kongresses, der die Kürzungen für 2026 bereits abgelehnt hatte.
Experten kritisieren mangelnde Transparenz und historische Fehler
Casey Dreier, Leiter der Raumfahrtpolitik bei der Planetary Society, bezeichnete den Budgetvorschlag als „das undurchsichtigste NASA-Budget, das ich je gesehen habe“. Der Entwurf enthält weder klare Angaben zu geplanten Kürzungen bei einzelnen Missionen noch historische Vergleichszahlen. Zudem wurden grundlegende Fehler festgestellt, darunter die fälschliche Aufnahme der bereits gestrichenen Mars Sample Return-Mission und eine falsche Angabe zum Finanzierungsjahr des James-Webb-Weltraumteleskops.
„Es gibt zwei Hauptprobleme: den erschreckenden Mangel an Transparenz und die Weigerung, politische Realitäten anzuerkennen. Dieser Haushaltsvorschlag ist ein Affront gegen 60 Jahre Haushaltsführung.“
Keine Klarheit über zukünftige Mars-Missionen
Besonders kritisiert wird die unklare Verwendung von 438 Millionen Dollar, die für „Mars-Technologie“ vorgesehen sind, ohne dass eine detaillierte Aufschlüsselung der Kosten erfolgt. Dreier betont, dass die NASA trotz privater Raumfahrtunternehmen wie SpaceX weiterhin auf öffentliche Investitionen in die Grundlagenforschung angewiesen ist:
„Nur weil SpaceX erfolgreich Raketen startet, bedeutet das nicht, dass hochwertige wissenschaftliche Daten vom Mars plötzlich einfach verfügbar sind. Diese beiden Bereiche sind grundverschieden.“
NASA-Führung unterstützt umstrittene Kürzungen
Trotz der massiven Einschnitte und der zahlreichen Fehler im Budgetvorschlag steht die NASA-Führung hinter den Plänen. Administrator Jared Isaacman verteidigte den Entwurf und betonte, dass die Mittel ausreichen würden, um das Artemis-Programm und Mondmissionen fortzuführen. In einer internen Mitteilung an die Mitarbeiter schrieb er:
„Ich unterstütze nachdrücklich die fiskalpolitischen Ziele des Präsidenten und den Auftrag, Effizienz zu steigern.“
Isaacman behauptete zudem, dass das NASA-Wissenschaftsbudget größer sei als das aller anderen Weltraumagenturen weltweit zusammengenommen. Kritiker sehen darin jedoch eine verzerrte Darstellung, da die Kürzungen vor allem die wissenschaftliche Forschung betreffen, während bemannte Missionen weitgehend verschont bleiben.
Politische Reaktionen und mögliche Konsequenzen
Der Kongress hatte die geplanten Kürzungen für 2026 bereits zurückgewiesen. Experten befürchten, dass der neue Vorschlag erneut auf Ablehnung stoßen wird. Die Planetary Society und andere Weltraumorganisationen fordern mehr Transparenz und eine Rückbesinnung auf die Bedeutung der wissenschaftlichen Forschung für die NASA.
Sollte der Haushaltsentwurf in dieser Form umgesetzt werden, hätte dies weitreichende Folgen für die US-Raumfahrt. Langfristige Projekte wie die Erforschung des Mars oder die Beobachtung des Universums mit dem James-Webb-Teleskop könnten gefährdet sein. Gleichzeitig bleibt unklar, wie die NASA ihre wissenschaftlichen Ziele ohne ausreichende Mittel erreichen soll.