Betrugsvorwürfe gegen iLearning Engines
Das US-Justizministerium hat schwere Vorwürfe gegen das KI-Startup iLearning Engines erhoben. Demnach soll das Unternehmen seit Januar 2019 systematisch Investoren getäuscht haben, indem es gefälschte Kundenbeziehungen und Einnahmen vortäuschte. Die Anschuldigungen betreffen insbesondere den Gründer und CEO Puthugramam „Harish“ Chidambaran sowie den CFO Sayyed Farhan Ali „Farhan“ Naqvi.
Vorwürfe der Bundesbehörden
Die Anklage wirft den beiden Managern vor, die aktuelle KI-Hype-Welle ausgenutzt zu haben, um ein schnelles Wachstum vorzutäuschen. In Wahrheit seien die meisten Kunden und Einnahmen erfunden gewesen. Das Justizministerium betont, dass die Angeklagten „eine rosige Finanzperspektive präsentierten, die auf Lügen aufgebaut war“.
„Die Angeklagten nutzten die Investorenbegeisterung für KI aus und präsentierten iLearning als revolutionäre Lösung für Training und Bildung. Doch der wirklich künstliche Teil ihrer Geschichte waren die Kunden und Einnahmen.“
Finanzielle Vorteile der Beschuldigten
Laut Anklage sollen Chidambaran und Naqvi Millionen an Gehältern, Boni und Aktienoptionen erhalten haben. Chidambaran allein habe zwischen 2023 und 2024 über 500 Millionen Dollar an Stammaktien erhalten, zusätzlich zu einem Gehalt von 700.000 Dollar sowie 12,5 Millionen Dollar in Restricted Stock Units.
Umfang der Betrugsvorwürfe
Die Vorwürfe beziehen sich auf ein 421-Millionen-Dollar-Einnahmenvolumen im Jahr 2023, das angeblich durch den Verkauf von KI-Lizenzen an Unternehmen generiert wurde. Die Behörden gehen jedoch davon aus, dass diese Einnahmen durch ein „komplexes Netzwerk von Scheinverträgen“ mit angeblichen Kunden künstlich aufgebläht wurden. Einige dieser Verträge sollen jährlich Millionenbeträge umfasst haben.
Hintergrund: KI-Betrug im Aufwind
Die Vorwürfe gegen iLearning Engines sind kein Einzelfall. Laut dem Internet Crime Report des FBI gab es 2025 über 22.000 Beschwerden im Zusammenhang mit KI-Betrug, die zu Verlusten von rund 900 Millionen Dollar führten. Dies entspricht einem Anstieg von 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Experten warnen, dass die KI-Euphorie Betrügern weiterhin Tür und Tor öffnet. Bis der Hype abflaut, werden Betrüger weiterhin versuchen, von der Gier der Investoren zu profitieren.
Weitere KI-Betrugsfälle
- Musik-Streaming-Betrug: Ein Mann gestand, durch die Erstellung von KI-generierter Musik und den Einsatz von Bots über 8 Millionen Dollar durch gefälschte Streams erwirtschaftet zu haben.