Die US-Regierung könnte Spirit Airlines vor dem finanziellen Kollaps bewahren – und weitere Billigfluglinien fordern nun staatliche Unterstützung. Ein Bündnis von Frontier, Spirit und Avelo hat einen Antrag auf einen 2,5-Milliarden-Dollar-Fonds gestellt, um die stark gestiegenen Treibstoffkosten aufgrund des Krieges im Iran abzumildern. Die Association of Value Airlines argumentiert, dass die Mittel „die Betriebskosten stabilisieren und Ticketpreise erschwinglich halten“ könnten. Sie vergleicht das Vorhaben mit dem CARES Act, der während der Pandemie Unternehmen vor der Insolvenz bewahrte.
In einem Schreiben heißt es:
„Die Marktmacht der großen US-Fluglinien war noch nie so groß – kleinere Billigfluglinien sind von den hohen Treibstoffpreisen unverhältnismäßig stark betroffen.“Die Gruppe betont die „entscheidende Rolle“ der Billigflieger für bezahlbares Reisen in den USA.
Parallel zu diesem Antrag bewegt sich die Regierung in Richtung einer Rettung von Spirit Airlines, die innerhalb von weniger als zwei Jahren bereits zum zweiten Mal Insolvenz anmelden musste. Einem Bericht des Wall Street Journal zufolge könnte das Rettungspaket 500 Millionen Dollar umfassen – finanziert durch Steuergelder. Im Gegenzug würde der Staat Anteile an der Airline erhalten. Donald Trump äußerte sich kürzlich optimistisch:
„Sie haben gute Flugzeuge und wertvolle Assets. Wenn der Ölpreis wieder sinkt, verkaufen wir das mit Gewinn. Ich würde diese Jobs und diese Airline gerne retten. Ich mag es, wenn es viele Airlines gibt – das schafft Wettbewerb.“
Laut Wall Street Journal traf sich Trump letzte Woche mit Handelsminister Howard Lutnick und Verkehrsminister Sean Duffy, um Details einer möglichen Rettungsaktion zu besprechen. Doch nicht alle sind von der Idee einer staatlichen Beteiligung an Unternehmen überzeugt. Verkehrsminister Duffy äußerte in einem CBS-Interview Bedenken:
„Wer steht dann als Nächstes vor meiner Tür?“– eine Frage, die andere Billigfluglinien bereits in die Tat umsetzen könnten.
Duffy hinterfragte zudem, ob das Geld nicht in ein Unternehmen fließen würde, das ohnehin bald liquidiert werden müsste:
„Können wir Spirit retten und lebensfähig machen – oder werfen wir gutes Geld hinterher, das am Ende verloren ist?“
Auch aus der republikanischen Partei kommt massive Kritik. Senator Ted Cruz bezeichnete die geplante Rettung auf X als „absolut schreckliche Idee“ und schrieb:
„Die Regierung weiß einen Dreck davon, ein gescheitertes Billigflugunternehmen zu führen.“Senator Tom Cotton schloss sich der Kritik an und zweifelte daran, dass der Staat aus der Transaktion gestärkt hervorgehen würde.
Die Debatte zeigt: Während die Regierung mit staatlichen Eingriffen die Wettbewerbsfähigkeit kleinerer Airlines sichern will, wächst die Skepsis gegenüber weiteren Staatsbeteiligungen – und die Frage, wer am Ende für die Risiken aufkommt.