USA beschuldigen China der systematischen KI-Spionage
Die Regierung von Ex-Präsident Donald Trump hat China vorgeworfen, hinter großangelegten Kampagnen zur Ausspähung und Kopie modernster US-amerikanischer KI-Modelle zu stehen. In einer am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung bezeichnete die US-Regierung diese Aktivitäten als „vorsätzliche, industriell organisierte Angriffe“.
Hintergrund und Vorwürfe
Michael Kratsios, ehemaliger Direktor des Weißen Hauses für Wissenschafts- und Technologiepolitik, warnte in einem Memo an Bundesbehörden vor gezielten „Destillationsangriffen“. Dabei werden proprietäre KI-Modelle wie Claude oder Gemini über API-Abfragen millionenfach abgefragt, um deren Funktionsweise nachzubilden und sensible Daten zu extrahieren.
Laut Kratsios ermöglichen diese Methoden ausländischen Akteuren, KI-Modelle zu entwickeln, die amerikanischen Spitzenleistungen ähneln – jedoch zu einem Bruchteil der Kosten. Zudem warnte er, dass dabei Sicherheitsvorkehrungen umgangen werden, die eine „ideologisch neutrale und wahrheitsorientierte“ Ausgabe der Modelle gewährleisten sollen.
Reaktionen und bisherige Vorfälle
Die Vorwürfe kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Trump im nächsten Monat zu einem hochumstrittenen Staatsbesuch in Peking erwartet wird. Die Spannungen könnten die ohnehin angespannten US-chinesischen Beziehungen weiter verschärfen.
Bereits Anfang dieses Jahres hatten OpenAI und Anthropic bestätigt, dass chinesische Firmen wie DeepSeek, Moonshot AI und MiniMax großangelegte Destillationsangriffe auf ihre Modelle durchgeführt hätten.
Historische Vorwürfe und aktuelle Entwicklungen
Die USA werfen China seit langem vor, durch Cyber-Spionage geistiges Eigentum amerikanischer Unternehmen zu stehlen. Im Jahr 2024 wurde beispielsweise ein ehemaliger Google-Ingenieur wegen des Diebstahls von KI-Handelsgeheimnissen und deren Weitergabe an zwei chinesische Unternehmen angeklagt.
Kratsios relativierte jedoch die langfristige Wirksamkeit dieser Angriffe:
„Mit fortschrittlicheren Methoden zur Erkennung und Abwehr industrieller Destillationsangriffe sollten ausländische Akteure, die ihre KI-Fähigkeiten auf solchen fragilen Grundlagen aufbauen, wenig Vertrauen in die Integrität und Zuverlässigkeit der von ihnen produzierten Modelle haben.“
Geplante Maßnahmen der US-Regierung
Die Trump-Administration kündigte an, US-KI-Unternehmen mit geheimdienstlichen Erkenntnissen über die Angriffsmethoden zu versorgen. Zudem soll die Privatwirtschaft bei der Entwicklung von Abwehrstrategien unterstützt werden.