Ein würdiger Nachfolger mit frischen Ideen
Poncle hat es wieder geschafft – und ich war mir nicht sicher, ob es noch einmal so gut werden könnte. Vampire Survivors fühlte sich rückblickend wie ein Blitz aus heiterem Himmel an: ein Spiel, das perfekt in seiner Einfachheit und Suchtgefahr war. Doch jetzt präsentiert das Studio mit Vampire Crawlers: The Turbo Wildcard einen Spin-off, der in Sachen Suchtpotenzial und Befriedigung mit dem Original mithalten kann – wenn auch aus anderen Gründen.
Das Spiel ist exzellent umgesetzt. Es greift Elemente des Vorgängers auf, die sowohl spielerisch als auch konzeptionell sinnvoll sind. Noch beeindruckender ist jedoch, wie Poncle und Nosebleed Interactive klassische First-Person-Dungeon-Crawler wie Wizardry in Vampire Crawlers integriert haben. Das Ergebnis ist ein einzigartiges Hybrid-Erlebnis, das Action, Strategie und Roguelike-Elemente vereint.
Keine Story, aber viel Inhalt
Wie im Original gibt es auch in Vampire Crawlers keine durchgehende Handlung. Stattdessen erkundet man verschiedene Dungeons, die von Orten des ersten Teils inspiriert sind – etwa dem Mad Forest oder der Tiny Bridge. Charaktere wie Antonio und Pasqualina kehren als Karten zurück, die zu Beginn eines Durchlaufs „rekrutiert“ werden können. Diese beeinflussen die Startkarten und das Deck, das man im Laufe des Spiels aufbaut.
Dungeon-Erkundung mit strategischer Tiefe
Jede Stufe beginnt mit einer Karte, auf der verschiedene Begegnungen markiert sind:
- Feinde: Repräsentieren zufällige Begegnungen.
- Tafeln: Können zerschlagen werden und verleihen dauerhafte Boni, etwa mehr Mana für den aktuellen Durchlauf.
- Truhen: Enthalten entweder Edelsteine zur Kartenverbesserung oder lösen Evolutionen aus – sofern die passenden Karten im Deck vorhanden sind.
- Besondere Begegnungen: Stärkere Gegner oder bewegliche Feinde, die mit jeder Karte im Deck getroffen werden können, um Erfahrungspunkte zu sammeln.
- Fackeln: Können zerstört werden, um Münzen, Nahrung oder Relikte zu erhalten.
Nach dem Besiegen des Bosses einer Ebene erscheint eine Schatztruhe sowie eine Schaufel, um tiefer in den Dungeon zu graben. Überlebt man alle Ebenen, steht am Ende der Rote Tod bereit, um den Durchlauf zu beenden. Anschließend kehrt man ins Dorf zurück, wo Fortschritte nachverfolgt und Belohnungen freigeschaltet werden können.
Dauerhafte Upgrades und strategische Entscheidungen
Im Dorf lassen sich die gesammelten Münzen ausgeben – etwa für neue Charaktere in der Taverne oder für permanente Upgrades. Dazu gehören:
- Mehr Neuwürfe bei Levelaufstiegen.
- Automatische Heilung nach Kämpfen.
- Verbesserte Startbedingungen für zukünftige Durchläufe.
Das Beste aus zwei Welten
Vampire Crawlers fängt die Schnelligkeit und Passivfähigkeiten von Vampire Survivors perfekt ein. Gleichzeitig behält es die strategische Tiefe eines Deckbuilding-Roguelikes bei. Die Integration von Dungeon-Crawler-Elementen – insbesondere die Notwendigkeit, Pfade zu planen und Gegner zu umgehen – erinnert stark an Klassiker wie Wizardry.
Die Steuerung ist intuitiv: Die rechte Analog-Stick dreht die Kamera, während der linke für die Bewegung zuständig ist. Diese Einstellung lässt sich jedoch deaktivieren. Der integrierte Karteneditor ist essenziell, da Truhen oft abseits der Hauptpfade versteckt sind und Gegner hinter Ecken lauern können. Ohne Karte wäre die Orientierung deutlich schwieriger.
„Vampire Crawlers beweist, dass Poncle nicht nur ein Spiel perfektionieren kann, sondern es auch mit frischen Ideen neu erfinden kann. Die Kombination aus rasanter Action und strategischer Tiefe macht es zu einem Muss für Fans des Genres.“
Fazit: Ein gelungener Mix aus Alt und Neu
Vampire Crawlers gelingt das Kunststück, die Essenz von Vampire Survivors zu bewahren und gleichzeitig mit innovativen Elementen zu erweitern. Die Integration von RPG- und Dungeon-Crawler-Elementen schafft ein einzigartiges Spielerlebnis, das sowohl Veteranen als auch Neulinge begeistern wird. Wer nach einem süchtig machenden, strategisch anspruchsvollen Spiel sucht, sollte hier unbedingt zuschlagen.