Die Fast-Food-Kette Wendy’s könnte bald in private Hände übergehen. Der Milliardär und Investor Nelson Peltz, Mitgründer des Fonds Trian Fund Management, plant gemeinsam mit externen Investoren eine Übernahme des Unternehmens. Wie der Financial Times berichtet, könnte dies noch in diesem Jahr erfolgen. Bereits im Februar hatte Trian in einer regulatorischen Meldung angekündigt, seinen 16-prozentigen Anteil an Wendy’s entweder zu verkaufen oder eine Übernahme zu prüfen.

Peltz und sein Fonds halten nicht nur eine Minderheitsbeteiligung an Wendy’s, sondern auch Anteile an einem Franchise-Betreiber in der New Yorker Region. Zudem sind Peltz’ Sohn Bradley sowie Trian-Mitgründer und Präsident Peter May im Vorstand des Unternehmens vertreten. Auf Anfrage von Fast Company äußerten sich weder Trian noch Wendy’s zu den Plänen.

Kursanstieg nach Übernahmegerüchten

Die Aktie von Wendy’s (Nasdaq: WEN) stieg gestern um fast 17 % – allerdings blieb der Kurs im Vorhandel heute weitgehend unverändert. Trotz des jüngsten Anstiegs notiert die Aktie seit einem Jahr rund 33 % im Minus. Eine Privatisierung wäre für Wendy’s nicht ungewöhnlich: In den letzten Jahren haben bereits Unternehmen wie Denny’s, Walgreens und Barnes & Noble diesen Schritt vollzogen.

Wendy’s kämpft mit sinkenden Umsätzen

Wie viele Fast-Food-Ketten leidet auch Wendy’s unter rückläufigen Geschäften. Die jüngsten Quartalszahlen zeigten zwar ein leichtes Umsatzplus von 3,3 % im Vergleich zum Vorjahr, doch der US-Markt verzeichnete einen Rückgang der gleichen Filialumsätze um 7,8 %. Zudem schloss Wendy’s in den letzten zwei Quartalen 174 Restaurants in den USA. International hingegen läuft es besser: Von den insgesamt 7.251 Standorten befinden sich 1.446 im Ausland, die dortigen Umsätze stiegen deutlich.

Um die Wende einzuleiten, startete Wendy’s im Oktober das Projekt „Fresh“, ein umfassendes Sanierungsprogramm. Dazu gehören die Neupositionierung der Marke, Optimierung der Franchise-Strukturen und gezielte Investitionen. Im Rahmen dieser Pläne sollen in den USA Hunderte von Standorten geschlossen werden. Gleichzeitig plant das Unternehmen den Ausbau in China: Bis 2034 will Wendy’s dort bis zu 1.000 neue Filialen eröffnen.

Ken Cook, interimistischer CEO von Wendy’s, zeigte sich in einer Investorenkonferenz im November zuversichtlich:

„Die Ergebnisse des ersten Quartals spiegeln ein Unternehmen wider, das sich in einer frühen Phase der Erholung befindet. Wir machen Fortschritte bei der Stärkung unseres US-Geschäfts und sind zuversichtlich, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Zu den Übernahmeplänen von Trian äußerte sich Wendy’s bisher nicht. Allerdings hatte das Unternehmen bereits im Februar erklärt, einen solchen Vorschlag „gründlich prüfen“ zu wollen.