Am 11. Mai 2024 verkündete der Medienunternehmer Byron Allen den Kauf einer Mehrheitsbeteiligung an BuzzFeed – jenem einstigen Lieblingsportal der Millennials, das 2023 seine Pulitzer-Preis-gekrönte Nachrichtenabteilung schließen musste. Ohne Allens Übernahme hätte das 20 Jahre alte Unternehmen vermutlich Insolvenz anmelden müssen.
Allen übernimmt damit die Führung von BuzzFeed und löst den Gründer Jonah Peretti als CEO ab. Peretti wird stattdessen Präsident von BuzzFeed AI. In einer offiziellen Stellungnahme erklärte Allen:
„Unsere Vision ist es, auf den ikonischen Grundlagen von BuzzFeed und HuffPost aufzubauen. Wir werden uns auf kostenlose Streaming-Videos, Audioinhalte und nutzergenerierte Inhalte konzentrieren. Mit der Kraft der KI wird BuzzFeed nun direkt mit YouTube um die Position als führende kostenlose Video-Plattform konkurrieren.“
Der Deal hat ein Volumen von 120 Millionen Dollar. Erst kürzlich hatte Allens Allen Media Group einen Vertrag mit CBS abgeschlossen, um die Late-Night-Show von Stephen Colbert zu übernehmen. Zuvor scheiterten bereits Versuche, größere Medienkonzerne wie Paramount Global zu übernehmen.
Vom Comedian zum Medienmogul: Allens ungewöhnlicher Aufstieg
Byron Allen begann seine Karriere als Stand-up-Comedian und Comedy-Autor. Sein erster großer Durchbruch gelang ihm, als er nach einem Auftritt im Comedy Store – vor nur vier Zuschauern – eine Einladung von Jimmie Walker erhielt. Der Schauspieler und Komiker engagierte ihn für Schreibarbeiten mit Größen wie Jay Leno und David Letterman. Für einen Witz erhielt Allen damals 25 Dollar – einen Scheck, den er Jahrzehnte später gerahmt aufbewahrte.
„Damals wusste ich: Ich kann in dieser Branche Erfolg haben“,sagte er rückblickend.
Seine erste bezahlte TV-Rolle brachte ihm 2.500 Dollar pro Folge ein – deutlich weniger als Kollegen, die zwischen 10.000 und 12.500 Dollar erhielten. Als Allen eine Gehaltserhöhung forderte, wurde er gefeuert.
„Ich dachte damals, das sei das Schlimmste, was mir passieren konnte. Heute weiß ich: Es war das Beste, was mir in meinem Berufsleben widerfahren ist.“
Dieser Moment prägte ihn nachhaltig. Er beschloss, nie wieder für jemanden zu arbeiten, und begann, eigene Shows an TV-Sender zu verkaufen. Tausende Absagen später gelang ihm der Durchbruch:
„Nach etwa 50.000 ‚Nein‘s‘ strahlte meine erste Sendung endlich aus.“
Die Macht der Beharrlichkeit: Wie Allen Medienimperien aufbaute
Nach seinem TV-Erfolg strebte Allen den Kauf des Weather Channel an. Doch die Verantwortlichen lehnten ihn zunächst ab. Nach intensiven Verhandlungen mit Morgan Stanley, die seine Finanzierungsfähigkeit infrage stellten, erwarb er den Sender 2018 für 300 Millionen Dollar.
„Geld ist nicht die Ware – ich bin die Ware“,betonte Allen. Sein Ruf als verlässlicher Partner habe den Deal ermöglicht.
Sein Erfolgsrezept? Krisen als Chance nutzen. Ob Pleitegefahr bei BuzzFeed oder Rückschläge bei früheren Übernahmeversuchen – Allen sieht in jedem Rückschlag einen Antrieb für Neues.
„Erfolg kommt nicht von selbst. Man muss ihn sich nehmen.“