Der britische Küchenhersteller Wren Kitchens hat am 23. April überraschend alle Geschäftsaktivitäten in den USA eingestellt. Sämtliche stationären Filialen sowie die Showrooms in Home-Depot-Märkten wurden mit sofortiger Wirkung geschlossen. Laut Gerichtsunterlagen beantragte das Unternehmen am folgenden Tag, dem 24. April, die Eröffnung eines Chapter 7-Insolvenzverfahrens beim Bankruptcy Court im District of Delaware.
Die plötzliche Schließung traf sowohl Mitarbeiter als auch Kunden völlig unvorbereitet. Ehemalige Angestellte, darunter auch Beschäftigte des Produktionsstandorts in Hanover Township, Pennsylvania, sind nun ohne Arbeit. Kunden berichten von erheblichen Problemen, da einige bereits ihre alten Küchen abgerissen haben und auf die Installation ihrer neuen Wren-Küchen warten – ohne Aussicht auf Fertigstellung.
Auf der US-Website von Wren Kitchens heißt es in einer kurzen Mitteilung:
„Wir bedauern, Ihnen mitteilen zu müssen, dass unsere Showrooms und Studios nun geschlossen sind.“Ein Link führt zu einem Formular, das Mitarbeitern, Lieferanten und Kunden bei Fragen zur Verfügung steht.
Das Unternehmen hatte erst 2024 eine Partnerschaft mit Home Depot bekannt gegeben. Im Rahmen dieser Kooperation sollten Wren Kitchens Studios in ausgewählten Home-Depot-Filialen in den USA eröffnet werden. Zusätzlich verfügte Wren Kitchens über 15 eigene Filialen in den USA. Laut einer archivierten Version der Website wren.us gab es zuvor 51 Showrooms in Connecticut, Massachusetts, New Jersey, New York, Pennsylvania und Rhode Island.
Mitarbeiter erhielten keine Vorwarnung
Ein Bericht des Senders WNEP-TV über die Schließung des Wren-Lagers in Hanover Township zeigt, dass die Mitarbeiter von der Entscheidung völlig überrascht wurden. Zwar erhielten sie eine zusätzliche Tagesvergütung sowie Ausgleich für bereits angesammelte freie Tage, doch die betriebliche Krankenversicherung sollte bereits am folgenden Samstag enden.
Nach dem WARN Act hätten Unternehmen mit mehr als 100 Vollzeitbeschäftigten eine 60-tägige Vorwarnfrist einhalten müssen, bevor sie Massenentlassungen durchführen. Doch die Mitarbeiter berichten, dass sie erst am 23. April per Zoom-Konferenz von der Schließung erfuhren – ohne vorherige Ankündigung.
Kunden in der Sackgasse: Offene Installationen und verlorene Garantien
Auf Social-Media-Plattformen äußerten verärgerte Kunden ihre Wut über die Situation. Viele berichten von unvollendeten Kücheninstallationen und der Sorge, dass bestehende Garantien nun wertlos sein könnten. Einige Kunden gaben an, erst wenige Tage vor der Schließung Anzahlungen geleistet zu haben.
Home Depot wurde von Fast Company um Stellungnahme gebeten, insbesondere zu den Folgen für die Showrooms innerhalb der eigenen Filialen. Eine offizielle Reaktion steht bisher aus. Diese Meldung wird aktualisiert, sobald weitere Informationen vorliegen.