Die US-Immobilienmärkte zeigen erste Risse: In 89 der 300 größten Metropolen sind die Hauspreise im Jahresvergleich zwischen März 2025 und März 2026 gesunken. Das entspricht einem Anteil von 30 Prozent – ein deutlicher Anstieg gegenüber den Vorjahren.

Laut einer Analyse des Zillow Home Value Index lag das durchschnittliche Preiswachstum in den USA bei nur noch +0,8 Prozent. Zum Vergleich: Im Vorjahr betrug die Steigerung noch +1,2 Prozent. Zwar hat sich das nationale Preisniveau seit August 2025 leicht erholt (von -0,01 Prozent auf aktuell +0,8 Prozent), doch die regionalen Unterschiede bleiben gravierend.

Von 10 auf 30 Prozent: So schnell stieg die Zahl der fallenden Märkte

Die Entwicklung verlief in den letzten zwei Jahren dramatisch:

  • Januar 2024–Januar 2025: 31 Märkte (10 %) mit fallenden Preisen
  • Februar 2024–Februar 2025: 42 Märkte (14 %)
  • März 2024–März 2025: 60 Märkte (20 %)
  • April 2024–April 2025: 80 Märkte (27 %)
  • Mai 2024–Mai 2025: 96 Märkte (32 %)
  • Juni 2024–Juni 2025: 110 Märkte (36 %)
  • Juli 2024–Juli 2025: 105 Märkte (35 %)
  • August 2024–August 2025: 109 Märkte (35 %)
  • September 2024–September 2025: 105 Märkte (35 %)
  • Oktober 2024–Oktober 2025: 105 Märkte (35 %)
  • November 2024–November 2025: 98 Märkte (33 %)
  • Dezember 2024–Dezember 2025: 106 Märkte (35 %)
  • Januar 2025–Januar 2026: 100 Märkte (33 %)
  • Februar 2025–Februar 2026: 99 Märkte (33 %)
  • März 2025–März 2026: 89 Märkte (30 %)

Besonders im ersten Halbjahr 2025 beschleunigte sich der Trend: Immer mehr Metropolen verzeichneten rückläufige Preise. Seitdem hat sich die Zahl zwar leicht reduziert, bleibt aber auf hohem Niveau.

Was treibt die Preise nach unten?

Die Gründe für den Rückgang sind vielfältig:

  • Hohe Hypothekenzinsen: Die aktuellen Zinsen von rund 7 Prozent dämpfen die Kaufbereitschaft.
  • Überangebot an Immobilien: In einigen Regionen gibt es mehr Häuser zum Verkauf als Käufer.
  • Sinkende Nachfrage: Viele Haushalte können sich aufgrund der hohen Kosten keine Immobilien mehr leisten.
  • Wirtschaftliche Unsicherheit: Inflation und Rezessionsängste bremsen Investitionen.

„Die Märkte, die jetzt fallen, waren oft zuvor stark überhitzt. Jetzt korrigiert sich das Angebot an die tatsächliche Nachfrage.“
– Marktexperte Lance Lambert, ResiClub

Ausblick: Stabilisierung oder weitere Korrektur?

Experten gehen davon aus, dass sich der Markt in den kommenden Monaten weiter beruhigen könnte. Die Zinsen könnten leicht sinken, was die Kaufbereitschaft wieder erhöhen würde. Allerdings bleibt die Unsicherheit hoch – besonders in Regionen mit starkem Arbeitsplatzverlust oder sinkenden Bevölkerungszahlen.

Fazit: Während die nationalen Preise stabil bleiben, zeigen sich in fast einem Drittel der großen US-Märkte deutliche Schwächen. Käufer und Investoren sollten die regionalen Unterschiede genau beobachten.