Protest gegen KI in der Musikausbildung
Mehr als 400 Studierende und Absolventen des renommierten Berklee College of Music in Boston haben eine Online-Petition unterzeichnet, die gegen einen neuen Kurs zum Thema generative KI und Songwriting protestiert. Die Initiative markiert einen weiteren Konflikt zwischen Künstlern und einer Technologie, die nach Ansicht der Unterzeichnenden die Existenzgrundlage von Musikschaffenden gefährdet.
Kritik an OpenAI und ethischen Folgen
Die Petition richtet sich gegen den zweistündigen Kurs „Bots and Beats: AI and the Future of Songwriting“ und fordert die Hochschule auf, den Einsatz von KI auf dem Campus zu stoppen. Die Initiatoren werfen Berklee vor, mit der Nutzung von OpenAI’s ChatGPT die künstlerische Arbeit von zehntausenden Musikern zu entwerten und die Essenz der Branche zu zerstören. Zudem würden die ökologischen Folgen ignoriert, heißt es in der Petition.
Emotionale Reaktionen aus der Community
In den Kommentaren zur Petition äußern sich aktuelle und ehemalige Studierende empört. Viele zeigen sich enttäuscht, dass eine Hochschule, die für ihre Förderung populärer Musik bekannt ist, sich mit einer Technologie verbündet, die im Verdacht steht, unzählige Originalwerke zu kopieren.
„Sehr bedauerliches Verhalten einer angesehenen kreativen Musikhochschule. Besser, Berklee. Ihr steht für so viele von uns und die Zukunft großer Künstler – zerstört das Handwerk nicht durch den Schaden an der Kunst.“
„Als Berklee-Absolvent bin ich entsetzt über den fragwürdigen Einsatz von KI in kreativen Kursen. Wäre ich heute Studierender und müsste KI statt harter Arbeit für meine Aufgaben nutzen, wäre ich wütend.“
Kursinhalt und Berklees Reaktion
Laut Kursbeschreibung sollen Studierende lernen, wie KI-gestütztes Songwriting sowohl die musikalische Kreativität fördern als auch einschränken kann. Zudem werden die Auswirkungen von KI auf die Musikbranche – sowohl positiv als auch negativ – sowie die Zukunftsperspektiven von Musikschaffenden thematisiert.
Auf Anfrage von WBZ erklärte Berklee, als „künstlerorientierte Institution“ sei es ihre Pflicht, Studierende auf die Herausforderungen durch neue Technologien vorzubereiten. Die Hochschule betonte, man werde dies „im Einklang mit den eigenen Leitprinzipien“ tun.
Die zurückhaltende Stellungnahme deutet darauf hin, dass Berklee wenig Bereitschaft zeigt, die Sorgen der Studierenden und Absolventen zu zerstreuen.
Hintergrund: KI in der Musikbranche
Der Konflikt um KI in der Musikausbildung spiegelt die wachsenden Spannungen in der Branche wider. KI-generierte Musik beginnt bereits, echte Musik auf Streaming-Plattformen zu verdrängen – ein Trend, der bei Künstlern und Fans gleichermaßen auf Kritik stößt.