Blue Origins Mondlandeger Mark 1 besteht Thermal-Vakuum-Test

Die NASA verfolgt weiterhin das ehrgeizige Ziel, bis Ende 2028 Astronauten auf dem Mond zu landen. Als Teil der Artemis-Missionen sollen dabei zwei kommerzielle Landegeräte zum Einsatz kommen: SpaceX’ Starship und Blue Origins Blue Moon. Ein entscheidender Schritt zur Vorbereitung dieser Missionen ist nun gelungen: Blue Origins Prototyp Mark 1, der für einen unbemannten Testflug vor Artemis 3 entwickelt wurde, hat kürzlich erfolgreich Tests im Thermal-Vakuum-Testlabor der NASA im Johnson Space Center in Houston absolviert.

Diese Tests simulieren die extremen Bedingungen des Weltraums, darunter das Vakuum und extreme Temperaturschwankungen. Mark 1 ist das bisher größte jemals gebaute Mondlandegerät und soll zunächst als Frachttransporter zum Mondsüdpol starten – noch vor Ende dieses Jahres. Der Prototyp dient als Grundlage für die Entwicklung von Mark 2, das später Astronauten transportieren und eine dauerhafte Präsenz auf dem Mond ermöglichen soll.

Technische Herausforderungen bremsen Fortschritte

Trotz des Erfolgs mit Mark 1 bleiben erhebliche Zweifel an der Umsetzbarkeit des Zeitplans. Erst kürzlich erlitt Blue Origins Trägerrakete New Glenn einen schweren Rückschlag: Beim Startversuch eines Kommunikationssatelliten versagte die Oberstufe und der Satellit musste zerstört werden. Ursprünglich sollte Mark 1 bereits bei diesem gescheiterten Flug getestet werden.

Die Frage, ob New Glenn in der Lage ist, die massive Landeeinheit mit ihrem 26-Fuß-Motor sicher in die Umlaufbahn zu bringen – geschweige denn eine Crew zu transportieren – ist damit erneut in den Fokus gerückt. Blue Origin steht vor der Herausforderung, die Anforderungen für sichere bemannte Flüge zu erfüllen, insbesondere beim Übergang von Mark 1 zu Mark 2.

NASA lässt Optionen offen – SpaceX steht ebenfalls vor Hürden

Die NASA betont auf ihrer offiziellen Artemis-3-Missionsseite, dass sie „eines oder beide“ kommerziellen Landegeräte testen wird. Ob Mark 1 oder Starship tatsächlich zum Einsatz kommen, bleibt jedoch ungewiss. SpaceX hat mit seinem Starship ebenfalls noch keine erfolgreiche Landung absolviert. Derzeit bereitet das Unternehmen den 12. Testflug der neuesten Version („Version 3“) vor – ein weiterer Meilenstein, der jedoch noch aussteht.

Die Entwicklung beider Landegeräte zeigt, wie komplex die Rückkehr zum Mond ist. Während Blue Origin mit Mark 1 einen wichtigen Schritt gemacht hat, müssen noch zahlreiche technische und logistische Hürden überwunden werden, bevor Astronauten sicher auf dem Mond landen können.

Quelle: Futurism