Die Croisette in Cannes ist dieses Jahr ein Spiegel der Filmindustrie: Statt teurer Hollywood-Produktionen dominieren unabhängige Filme und internationale Werke das Programm. Der Grund? Kritiker und Publikum haben sich von überteuerten Blockbustern abgewandt – mit Folgen für die Kinokassen.

Mit dem Start des Cannes Film Festivals 2026 fehlt in diesem Jahr ein gewohntes Bild: Hollywood. Während das Festival sonst regelmäßig mit großen US-Blockbustern wie Indiana Jones und das Rad des Schicksals oder Mission: Impossible – Dead Reckoning Teil 2 glänzte, setzt die diesjährige Auswahl auf Indie-Filme und internationale Produktionen. Der Grund dafür ist simpel: Die kritischen und kommerziellen Reaktionen auf diese teuren Produktionen waren oft enttäuschend – und das lange vor dem Kinostart.

Ein Beispiel ist der Indiana-Jones-Film, der bereits über einen Monat vor seinem Kinostart 2023 vernichtende Kritiken erhielt. Das Publikum hatte genug Zeit, um sich gegen einen Kinobesuch zu entscheiden und stattdessen auf Disney+ zu warten. Kein Studio möchte dieses Risiko eingehen – besonders nicht in der aktuellen Marktlage. Daher präsentiert sich das Cannes 2026 als ein Festival ohne große Blockbuster.

Auch große Namen wie Steven Spielberg mit seinem UFO-Film Disclosure Day oder Christopher Nolan mit The Odyssey halten sich zurück. Selbst ein Film wie The Mandalorian & Grogu könnte das gleiche Schicksal wie Indiana Jones erleiden. Zwar werden auch in diesem Jahr Stars wie Scarlett Johansson, Adam Driver, Javier Bardem und Rami Malek erwartet – doch der typische Hollywood-Glanz bleibt aus.

Doch gibt es unter den ausgewählten Filmen einen Geheimtipp, der zum Kritikerliebling oder gar zum Gewinner der Goldenen Palme werden könnte? Die Spannung bleibt bis zum Ende des Festivals. TheWrap berichtet live mit umfassender Berichterstattung.

Box Office: Der Teufel trägt Prada 2 überholt Mortal Kombat II

Während Cannes ohne Hollywood auskommt, dominiert Der Teufel trägt Prada 2 die US-Kinokassen. Der Sequel mit Meryl Streep und Anne Hathaway setzte sich erneut an die Spitze und bleibt damit für ein zweites Wochenende auf Platz 1. Dank starker Mundpropaganda unter Frauen und einem soliden Start mit 43 Millionen US-Dollar in den USA (ein Rückgang von nur 44 % zum Eröffnungwochenende) festigte der Film seine Position. Auch international überzeugt der Film: In Ländern wie Großbritannien, Italien, Brasilien und Mexiko spielte er weitere 75,8 Millionen US-Dollar ein. Insgesamt hat Der Teufel trägt Prada 2 damit 144,8 Millionen US-Dollar in den USA und 433,2 Millionen US-Dollar weltweit eingespielt.

Mortal Kombat II startete ebenfalls erfolgreich mit 40 Millionen US-Dollar in den USA und 63 Millionen US-Dollar weltweit – das beste Ergebnis für Warner Bros. seit Sturmhöhe im Februar. Dennoch kann der Film nicht mit der anhaltenden Popularität des Prada-Sequels mithalten. Für Warner ist der Start dennoch ein Erfolg nach Flops wie The Bride und They Will Kill.

Quelle: The Wrap