Demokraten warnen vor Missbrauch sensibler Gesundheitsdaten
Demokratische Politiker fordern die Trump-Administration auf, die Pläne zur Sammlung medizinischer Daten von Millionen Bundesbediensteten, Rentnern und deren Angehörigen zu stoppen. Das Office of Personnel Management (OPM) hat 65 Versicherungen aufgefordert, monatliche Berichte mit detaillierten medizinischen und pharmazeutischen Abrechnungsdaten von über 8 Millionen Versicherten in Bundesgesundheitsprogrammen vorzulegen.
Daten könnten politisch instrumentalisiert werden
Die Anfrage des OPM, die den Zugriff auf persönlich identifizierbare Gesundheitsinformationen deutlich ausweitet, alarmiert Ethiker, Versicherungsexperten und Datenschützer. Zwei Briefe auf dem Schreibtisch von OPM-Direktor Scott Kupor unterstreichen die Kritik: Ein Schreiben von 16 US-Senatoren und ein weiteres, angeführt von Rep. Robert Garcia, dem ranghöchsten Demokraten im Haushaltsausschuss.
„Die Sammlung umfassender, persönlich identifizierbarer Daten zu medizinischer Versorgung und Behandlung wirft Bedenken auf, dass das OPM bestimmte Bundesbedienstete gezielt überwachen könnte, die Gesundheitsleistungen in Anspruch nehmen, die der Administration politisch missfallen.“
Demokratische Abgeordnete im Brief an OPM-Direktor Kupor, 17. April
Republikaner schweigen – OPM bleibt bei Plänen
Die Briefe der Demokraten allein dürften die Pläne des OPM nicht stoppen. Da die Republikaner den Kongress kontrollieren, haben sie sich bisher nicht zu der Anfrage geäußert. Eine Stellungnahme des OPM auf die Kritik steht noch aus. Die Behörde betont, die Daten für die Verwaltung der Bundesgesundheitsprogramme zu nutzen, ohne auf Bedenken einzugehen.
In der im Dezember veröffentlichten Anfrage heißt es, Versicherungen seien gesetzlich verpflichtet, „geschützte Gesundheitsinformationen“ an das OPM weiterzugeben. Eine Anonymisierung von Namen oder Diagnosen ist nicht vorgesehen. Experten befürchten, dass die Daten zur Kostensenkung genutzt werden könnten, doch gleichzeitig würde der Trump-Administration – die bereits Zehntausende Bundesbedienstete entlassen hat – ein umfangreicher Zugriff auf persönliche Daten ermöglicht.
Gesetzliche Bedenken und Datenschutzrisiken
Die demokratischen Senatoren, angeführt von Adam Schiff (Kalifornien) und Mark Warner (Virginia), argumentieren, das OPM sei nicht in der Lage, solche sensiblen Daten sicher zu verwalten. Zudem bestehe die Gefahr, dass die Daten an andere Regierungsbehörden weitergegeben werden – ähnlich wie bereits bei den Daten von Millionen Medicaid-Empfängern geschehen. Sie werfen dem OPM vor, keine rechtliche Grundlage für die Datenerhebung zu haben und dass die Weitergabe durch die Versicherungen gegen den Health Insurance Portability and Accountability Act (HIPAA) verstoße.
Der HIPAA schreibt vor, dass Organisationen wie Krankenhäuser und Versicherungen identifizierbare Gesundheitsdaten nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Patienten weitergeben dürfen. Die Senatoren warnen, dass die geplante Datensammlung das Vertrauen der Patienten in ihre Ärzte untergraben könnte – insbesondere bei sensiblen Themen wie psychischen Erkrankungen oder chronischen Leiden.
Mögliche Folgen der Datensammlung
- Politische Instrumentalisierung: Risiko, dass Gesundheitsdaten gezielt gegen bestimmte Bundesbedienstete verwendet werden.
- Datenschutzverstöße: Weitergabe sensibler Daten an andere Behörden ohne ausreichende Sicherheitsvorkehrungen.
- Vertrauensverlust: Patienten könnten sich scheuen, sensible Behandlungen in Anspruch zu nehmen.
- Rechtliche Grauzonen: Unklarheit, ob die Datenerhebung mit HIPAA vereinbar ist.