Emma Grede, Mitgründerin der erfolgreichen Modeunternehmen Good American und Skims, hat sich in einem aktuellen Interview klar gegen die Arbeit im Homeoffice positioniert. Auf dem Bloomberg-Podcast äußerte sie sich kritisch über die vermeintlichen Vorteile des Remote-Arbeitens und bezeichnete es als „karriereschädigend“.

„Arbeiten von zu Hause ist Selbstmord für die Karriere“, so Grede. Sie betonte, dass der Fokus oft nur auf den positiven Aspekten des Homeoffice liege, während die langfristigen Nachteile ignoriert werden. „Wir reden nur über die Vorteile, aber was passiert mit den Menschen, die sich nicht mehr persönlich begegnen?“

Grede sieht einen direkten Zusammenhang zwischen der Zunahme von Homeoffice und gesellschaftlichen Problemen wie sinkenden Geburtenraten, weniger Eheschließungen und einer wachsenden Einsamkeitskrise. „Die Menschen verbringen ihre Tage damit, Zoom-Calls aus dem Wohnzimmer zu führen, statt echte Beziehungen aufzubauen“, erklärte sie. „Dabei ist der Schlüssel zu einem langen und glücklichen Leben genau das: enge zwischenmenschliche Beziehungen.“

Kritik an Rückkehrpflichten – aber mit klarem Fokus

Ihre Aussagen kommen zu einer Zeit, in der viele Unternehmen Rückkehrpflichten in die Büros einführen. Während Arbeitgeber damit höhere Produktivität und bessere Zusammenarbeit begründen, fordern Experten, solche Maßnahmen mit Empathie und klaren Zielen umzusetzen, um das Vertrauen der Mitarbeiter nicht zu gefährden.

Grede selbst hat in den letzten zehn Jahren einige der größten Marken der Modebranche mitgeprägt. Good American, 2016 gegründet, startete mit einem Umsatz von einer Million Dollar am ersten Tag. 2019 wurde sie Gründungspartnerin von Skims, Kim Kardashians Shapewear-Marke, die im November 2023 auf eine Bewertung von fünf Milliarden Dollar kam.

Erfolg durch Selbstvertrauen und ein starkes Team

Ihren Erfolg führt Grede vor allem auf zwei Faktoren zurück: ihr unerschütterliches Selbstvertrauen und die Zusammenarbeit mit einem Team, das sie herausfordert und unterstützt. „Ich habe nie gezweifelt, dass ich es schaffen kann“, sagte sie. „Und ich habe Menschen um mich herum, die klüger sind als ich und mir Türen öffnen.“

Doch ihr Weg war nicht immer einfach. Grede räumte ein, dass viele ihrer früheren Geschäftsmodelle scheiterten. „Es gab unzählige Fehlschläge“, erklärte sie. „Ich habe Büros eröffnet, die nicht funktionierten. Ich habe Unternehmen aufgebaut und wieder verkleinern müssen. Die Realität sieht nicht immer glänzend aus – wir zeigen nur die Erfolge auf Instagram.“

„Ein Unternehmer zu sein bedeutet vor allem eines: Lösungen zu finden. Man hat nie alle Antworten. Und wenn man sie hat, bewegt man sich wahrscheinlich zu langsam.“

Radikale Ehrlichkeit als Führungsprinzip

Bei der Führung ihres Teams setzt Grede auf radikale Offenheit. Sie ist sich bewusst, dass weibliche Führungskräfte oft an ihrer Empathie gemessen werden – doch für sie steht fest: Ehrlichkeit ist der beste Weg. „Ich glaube nicht, dass jemand in meinen Unternehmen jemals im Unklaren gelassen wurde, wo ich stehe“, sagte sie. „Transparenz schafft Vertrauen und Klarheit.“