Der chinesische Premiumautomobilhersteller Hongqi könnte künftige Modelle in einem Werk von Stellantis in Spanien produzieren lassen. Wie aus Branchenkreisen verlautet, laufen die Gespräche über die gemeinsame Tochtergesellschaft Leapmotor, an der Stellantis mit 20 Prozent und Hongqis Mutterkonzern FAW Group mit fünf Prozent beteiligt sind.

Obwohl konkrete Details noch ausstehen, berichten Insider, dass die Vereinbarung die europäische Expansion Hongqis beschleunigen und die Markteinführung von mehr als einem Dutzend Elektro- und Hybridfahrzeugen bis 2028 ermöglichen könnte. Gleichzeitig würde die lokale Produktion die hohen Einfuhrzölle der EU auf chinesische Importe umgehen – eine Ersparnis von mehreren hundert Millionen Dollar.

Ein Sprecher von Stellantis bestätigte auf Anfrage, dass das Unternehmen weltweit mit verschiedenen Partnern Gespräche führe, «um Kunden die besten Mobilitätslösungen zu bieten». Ob es zu einer finalen Vereinbarung kommt, bleibt jedoch ungewiss.

Mehrere chinesische Hersteller im Gespräch mit Stellantis

Stellantis steht offenbar in intensiven Verhandlungen mit mehreren chinesischen Automobilherstellern über mögliche Produktionsstandorte in Europa. Erst kürzlich wurde berichtet, dass Gespräche mit Dongfeng laufen, die den Zugang zu ungenutzten Stellantis-Werken in Italien und Deutschland umfassen könnten. Dongfeng würde im Gegenzug Fahrzeuge für Stellantis in China bauen. Vertreter des chinesischen Konzerns sollen kürzlich Werke in Europa besichtigt haben.

Auch mit Xpeng und Xiaomi führt Stellantis laut Berichten Gespräche. Die Vielzahl an Verhandlungen könnte darauf hindeuten, dass der europäische Automobilriese Angebote sammelt und prüft, welche Kooperation am vorteilhaftesten wäre.

Hongqi: Vom Staatsauto zur Luxusmarke

Die Marke Hongqi wurde 1958 in China gegründet und war das erste eigenständig produzierte Automobil des Landes. Schnell avancierte sie zum Lieblingsfahrzeug hochrangiger Politiker, darunter Mao Zedong, der sie als Symbol nationaler Souveränität betrachtete – besonders in einer Zeit, in der China noch stark auf sowjetische Limousinen angewiesen war.

In den letzten Jahren hat sich Hongqi zunehmend auf den europäischen Markt konzentriert. Bis 2028 plant das Unternehmen, über 200 Verkaufsstellen in Europa zu eröffnen, um seine Präsenz weiter auszubauen.

Quelle: CarScoops