Eine aktuelle Werbekampagne des US-amerikanischen KI-Unternehmens Artisan sorgt für heftige Diskussionen – und zwar nicht wegen ihrer kreativen Umsetzung, sondern wegen ihrer provokanten Botschaft. Die Plakate in U-Bahnen von New York und San Francisco zeigen einen fiktiven Dialog zwischen zwei Mitarbeitern: Steve, der mitteilt, dass er heute nicht zur Arbeit kommt, und Ava, einer KI-Verkaufsassistentin, die stolz verkündet, 12 Meetings gebucht und 1.269 potenzielle Kunden recherchiert zu haben. Die Schlagzeile darunter lautet: "Feuer Steve. Einstell Ava."
Die Kampagne ist typisch für Artisan, das sich mit seiner anti-menschlichen Werbestrategie einen Namen gemacht hat. Weitere Plakate tragen Slogans wie "Ihr nächster Mitarbeiter ist kein Mensch" oder "Hören Sie auf, Menschen einzustellen". Doch während die Anzeigen Aufmerksamkeit erregen, bleibt diese oft negativ – besonders in den sozialen Medien.
Soziale Medien zerreißen die Kampagne
Die Reaktionen auf die Kampagne sind überwiegend ablehnend. Viele Nutzer:innen argumentieren, dass menschliche Mitarbeiter trotz ihrer Unzuverlässigkeit wie Steve wertvoller seien als eine KI, die zwar Daten verarbeitet, aber keine echte Qualität liefert. Ein Nutzer schrieb:
"Wer jemals Menschen eingestellt hat, weiß: Das ist ein Signal, Steve einzustellen – nicht Ava."
Andere wiesen darauf hin, dass KI zwar quantitativ mehr leisten könne, aber nicht zwangsläufig bessere Ergebnisse liefere.
"Ava hat wahrscheinlich 12 halluzinierte Meetings gebucht und lügt über 1.269 recherchierte Interessenten."Die Kritik gipfelt in der Frage, ob die Provokation nicht sogar kontraproduktiv sei und anti-KI-Stimmungen weiter anheize. Eine aktuelle Umfrage von Gallup zeigt, dass 31 % der Gen Z-Angestellten KI wütend macht – ein Anstieg von 14 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr.
Warum Artisan bewusst polarisiert
Trotz der negativen Resonanz sieht Artisan-CEO Jaspar Carmichael-Jack in der Provokation eine bewusste Strategie. In einem Blogbeitrag zu der Kampagne schreibt er:
"Die Kampagne funktioniert, weil sie unangenehm ist. Die Botschaft dahinter ist komplexer als drei Worte an einer Wand, aber diese drei Worte sagen genau das, was sie meinen: Hören Sie auf, Menschen für Aufgaben einzustellen, die KI besser erledigen kann."
Carmichael-Jack betont, dass die Kampagne nicht nur Aufmerksamkeit generieren, sondern auch eine Debatte über die Rolle von KI in der Arbeitswelt anstoßen soll. Doch ob diese Strategie langfristig erfolgreich ist, bleibt fraglich. Während einige die Provokation als mutigen Schritt feiern, sehen andere darin einen gefährlichen Weg, der die Akzeptanz für KI-Technologien untergräbt.