Inti Creates ist bekannt für seine Spiele, die selbst mittelmäßige Titel durch einen besonderen Charme oder innovative Ideen aufgewerten. Dragon Marked for Death überzeugt im Mehrspielermodus, Umbraclaw glänzt mit ansprechenden Charakterdesigns – doch Kingdom’s Return: Zeitfressende Frucht und der alte Monster enttäuscht auf ganzer Linie. Es gibt kein Element, das diesen Titel besonders macht oder ihn von anderen Inti-Creates-Spielen abhebt.
Optisch wirkt das Spiel zwar solide, und das Aufbausystem des Königreichs, das die Fähigkeiten der Helden steigert, bietet gewisse Vorteile. Auch der Kampf kann unterhaltsam sein, wenn man genug in eine Figur investiert. Doch nichts sticht heraus oder hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Stattdessen fragt man sich, warum man nicht eines der anderen, deutlich besseren Spiele des Entwicklers spielen sollte.
Eine Story, die kaum existiert
Der größte Schwachpunkt von Kingdom’s Return ist seine Geschichte – oder besser gesagt: das fast vollständige Fehlen einer solchen. Nach der Auswahl des ersten Charakters aus den Klassen Alchemist, Kaiserlicher, Zauberer oder Zipangu rettet man die Zeitfee Kairos vor Monstern und landet im Königreich Almacia unter König Norlant. Minister Navi und der König erklären, dass die Feen verschwunden sind und das Königreich mitsamt seiner Abenteurer in die Zukunft versetzt wurde. Die Große Zeitfee Chronos bietet ihre Hilfe an, da das Geschehene ihrem Ruf schadet. Das war’s auch schon.
Die Handlung wirkt extrem dünn und unpersönlich. Selbst der König erhält keinen Namen, und die Auflösung der Zeitmanipulationen am Ende des Spiels wirkt weder spannend noch emotional. Das ist besonders überraschend, da Inti-Creates-Spiele sonst oft durch ihre Persönlichkeit und kreative Welten überzeugen. Selbst die Charakter-, Gegner- und Leveldesigns wirken im Vergleich zu anderen Werken des Entwicklers generisch. Fast wirkt es, als wäre die fehlende Tiefe und Individualität Absicht – möglicherweise, um den Verkauf von Charakter-Skins für Azure Striker Gunvolt und Gal Gun zu fördern.
Ein Spiel ohne Höhepunkte
Der Spielablauf von Kingdom’s Return folgt einer strikten Routine: Im Dorf kann man sich umsehen, das verdiente Geld ausgeben, durch den Aufbau von Gebäuden die Statistiken des Königreichs und die Fähigkeiten der Helden verbessern, Charaktere wechseln und über den kleinen Skillbaum „Class Circle“ aufrüsten. Missionen führen in die zeitversetzten Gebiete des Königreichs.
Kleinere Begegnungen auf dem Weg zu den Missionen finden in kurzen 2D-Arenen statt, in denen alle Gegner besiegt werden müssen – für zusätzliche Erfahrung, Geld und Materialien. Die Hauptmissionen führen in mehrstöckige Dungeons, in denen eine bestimmte Anzahl an Gegnern pro Ebene eliminiert werden muss, oft inklusive eines Bosskampfes. Nach Abschluss kehrt man ins Dorf zurück, um weiter aufzubauen. Doch genau hier liegt das Problem: Es fehlt an Abwechslung, Überraschungen oder einem besonderen Spielgefühl.
„Kingdom’s Return: Zeitfressende Frucht und der alte Monster ist ein Spiel, das man schnell vergisst – weil es nichts gibt, das einen zum Weiterspielen motiviert.“