Snoqualmie, Washington – Mehr als ein Jahr nach dem verheerenden Batteriebrand in Moss Landing formiert sich in der Nähe von Seattle massiver Widerstand gegen ein geplantes Energiespeicherprojekt. Die Proteste könnten den Bau eines 130-Megawatt-Batteriespeichers in Snoqualmie, einer Stadt in den Kaskadenbergen, deutlich verzögern.
Das Projekt Cascade Ridge Resiliency Energy Storage von Jupiter Power soll auf unincorporated County-Gebiet nahe einer Umspannstation und bestehender Strominfrastruktur entstehen. Doch die Pläne stoßen auf erbitterten Widerstand der Anwohner. Über 650 Demonstranten – eine ungewöhnlich hohe Zahl für die 14.000-Einwohner-Stadt – protestierten am Wochenende gegen das Vorhaben, kurz nachdem Jupiter Power den Antrag bei den County-Behörden eingereicht hatte.
Angeführt wird die Opposition von der Bürgerinitiative Snoqualmie Valley for Responsible Energy (SVRE), die vor allem auf die Risiken von Thermal Runaway bei Batteriespeichern hinweist und Parallelen zum Moss-Landing-Unglück zieht. In ihren Stellungnahmen heißt es:
„Die für Cascade Ridge geplante Batteriechemie wurde in keiner öffentlichen Einreichung verifiziert. Aktuelle Vorfälle zeigen, welche Gefahren damit verbunden sind.“
Jupiter Power versucht, mit der Kampagne „Keep the Lights On!“ gegenzusteuern, an der sich lokale Gewerkschaften und Umweltaktivisten beteiligen. Sie betonen, dass moderne Batteriespeicher technisch sicherer seien als die veraltete Anlage in Moss Landing. Doch die Bedenken der Anwohner überwiegen.
Am Mittwochabend stimmte der Stadtrat von Snoqualmie in einer Sondersitzung dafür, per Brief eine Standortverlagerung des Projekts zu fordern. Die Stadtverwaltung schrieb an den lokalen Energieversorger Puget Sound Energy (PSE) und die County-Behörden:
„Wir empfehlen die Prüfung alternativer Standorte innerhalb des PSE-Übertragungs- und Verteilernetzes, um die geäußerten Bedenken besser zu berücksichtigen.“
Jupiter Power teilte mit, „jegliches Feedback der Gemeinschaft willkommen zu heißen“. Die County-Verwaltung erklärte, man verstehe die Sorgen der Anwohner. PSE hingegen gab an, noch keine offizielle Mitteilung über den Stadtratsbeschluss erhalten zu haben und könne sich daher nicht äußern.
Dieser Widerstand vor Ort könnte für Entscheidungsträger in Washington State schwer zu ignorieren sein. Experten sehen darin ein Signal für die gesamte Energiespeicherbranche.
Proteste in Virginia gegen Mega-Datenzentrum
Auch in Virginia gab es diese Woche Rückschläge für ein umstrittenes Datenzentrum-Projekt. Der Entwickler Compass, eine Tochter von Brookfield, zog sich aus dem Digital Gateway-Megaprojekt zurück. Ein Gericht hatte zuvor entscheidende Umzonungsentscheidungen gekippt, und der County-Verwaltung von Prince William County beschloss, ihre rechtliche Unterstützung für das Projekt fallen zu lassen. Dies löste Zufriedenheit bei Gegnern von KI-Datenzentren aus, da das Projekt als Symbol für unkontrolliertes Wachstum der Technologiebranche galt.