Wachsende Unzufriedenheit bei Meta-Mitarbeitern

Nach der Bekanntgabe von Meta, im nächsten Monat 10 % der Belegschaft zu entlassen, um die hohen Ausgaben für KI-Initiativen zu decken, suchten Mitarbeiter auf der anonymen Plattform Blind nach Möglichkeiten, ihren Frust loszuwerden. Laut einem Bericht von Blind, der Fast Company vorliegt, stieg der Anteil negativer Beiträge über KI bei Meta von 20 % im Jahr 2024 auf 83 % Ende 2025 – ein Anstieg um rund 300 %.

„Meta ist tot und deprimierend“

Ein Beitrag auf Blind fasste die Stimmung vieler Mitarbeiter zusammen:

„Meta ist tot und deprimierend.“
Die Kritik richtet sich nicht nur gegen die Entlassungswelle, sondern auch gegen die einseitige Fokussierung auf KI. Ein weiterer Nutzer schrieb:
„Sie kümmern sich nicht mehr um die Mitarbeiter, sondern nur noch um KI.“

Seit der Ankündigung der Entlassungen gab es allein im April 523 Beiträge dazu auf Blind. Die Daten zeigen jedoch, dass die negative Einstellung gegenüber KI bei Meta bereits seit längerem zunimmt. Während die Beiträge 2019 noch überwiegend optimistisch waren, drehte sich die Stimmung in den folgenden Jahren zunehmend ins Negative.

Arbeitskultur bei Meta erreicht Tiefpunkt

Laut Blind-CEO Sunguk Moon bewerteten Mitarbeiter die Unternehmenskultur bei Meta mit nur 2,23 von 5 Punkten – ein Rückgang um 43 % seit 2020.

„In den letzten zwei Jahren hat sich die Stimmung bei Meta-Mitarbeitern deutlich verschlechtert, vor allem wegen der Entlassungen und der internen KI-Strategie.“

Obwohl Gehälter und Benefits weiterhin wettbewerbsfähig seien, leide die psychische Gesundheit der Mitarbeiter unter der Unsicherheit, so Moon weiter. Meta äußerte sich auf Anfrage von Fast Company nicht zu den Vorwürfen.

Überwachung und KI-Training sorgen für Empörung

Meta hat seine Investitionen in KI deutlich erhöht und plant in diesem Jahr Ausgaben von 135 Milliarden US-Dollar. Einige Maßnahmen, wie die Überwachung von Mausbewegungen und Tastatureingaben der Mitarbeiter zur Schulung von KI-Modellen, stießen auf scharfe Kritik. Ein anonymer Nutzer kommentierte:

„Ich fühle mich verletzt. Ich verstehe, dass Meta die KI verbessern will, aber ernsthaft? Wollen Sie wirklich jeden unserer Schritte überwachen? Screenshots machen? Was kommt als Nächstes – Chips im Gehirn, um unsere Gedanken zu lesen?“

Am 20. Mai werden 8.000 von über 78.000 Mitarbeitern entlassen, zusätzlich sollen 6.000 offene Stellen gestrichen werden. In einer internen Mitteilung begründete Meta die Maßnahmen mit der „Notwendigkeit, das Unternehmen effizienter zu führen und Investitionen in andere Bereiche zu ermöglichen“. Eine direkte Nennung von KI als Grund für die Entlassungen erfolgte jedoch nicht.

Fazit: Vertrauensverlust und Zukunftsängste

Die wachsende Unzufriedenheit bei Meta spiegelt sich nicht nur in den anonymen Beiträgen wider, sondern auch in den sinkenden Bewertungen der Arbeitskultur. Während das Unternehmen weiterhin stark in KI investiert, wächst bei den Mitarbeitern das Gefühl, dass ihre Belange zunehmend in den Hintergrund geraten.