INDIANAPOLIS, INDIANA – Die NCAA hat die Erweiterung der Basketball-Turniere für Männer und Frauen auf jeweils 76 Teams ab 2027 bekannt gegeben. Damit wird das traditionelle „First Four“-Format auf sechs Spiele ausgeweitet – statt bisher zwei. Die Entscheidung stößt auf massive Kritik, da sie das ohnehin bereits aufgeblähte Turnier noch unübersichtlicher macht.

Unter dem neuen System wäre die „Bubble“ der Qualifikation 2026 praktisch abgeschafft worden. Teams wie Oklahoma, Auburn, Indiana, Cincinnati und San Diego State hätten trotz schwacher Saisonbilanzen die Chance auf eine Teilnahme gehabt. Kritiker bemängeln zudem die ästhetische Unordnung des neuen Spielplans, der die klassische Struktur des Turniers seit 15 Jahren zerstört.

Die offizielle Begründung der NCAA für die Erweiterung überrascht kaum: Statt sportlicher Argumente steht der finanzielle Nutzen im Vordergrund. Dan Gavitt, Senior Vice President für Basketball, betonte:

„Wir sind zuversichtlich, dass 76 Teams das Maximum an Möglichkeiten bieten, gegeben den Zeitrahmen des Turniers. Eine weitere Aufstockung wäre weder machbar noch sinnvoll. Gleichzeitig optimieren wir so den Medienwert mit acht zusätzlichen Teams und Spielen.“

Die TV-Rechte für das Turnier überstiegen 2026 erstmals die Marke von einer Milliarde US-Dollar – dank gestiegener Einschaltquoten. Der aktuelle Vertrag mit CBS und Warner Bros. Discovery (TNT, TBS, TruTV) läuft bis 2032. Die NCAA hat damit einen starken Anreiz, das Turnier weiter auszubauen, um zusätzliche Werbeeinnahmen zu generieren.

Gavitt versuchte zwar, die kommerziellen Interessen herunterzuspielen, verwies aber auf vermeintlich hohe Kosten für Reise, Unterkunft und Spielorganisation. „Ohne die neuen Einnahmen wäre diese Erweiterung nicht möglich gewesen“, so Gavitt. Die Kritik an der rein profitorientierten Entscheidung bleibt jedoch bestehen.

Quelle: SB Nation