ATLANTA, GEORGIA – Die NCAA steht kurz davor, eine der umstrittensten Entscheidungen ihrer Geschichte zu finalisieren: die Erweiterung des Männer- und Frauen-Basketball-Turniers auf 76 Teams ab 2027. Laut ESPN-Reporter Pete Thamel hat die NCAA bereits die letzten Schritte eingeleitet. Die neuen Formate sollen bereits im kommenden Jahr starten – trotz massiver Ablehnung aus der gesamten Basketball-Community.

Ein Schritt ohne Befürworter

Die Reaktionen auf die geplante Erweiterung sind eindeutig: Nahezu alle lehnen sie ab. Trainer, Sportdirektoren und TV-Exekutive könnten zwar persönlich profitieren, doch selbst sie stehen der Maßnahme kritisch gegenüber. Fans und Medienschaffende zeigen sich gleichermaßen empört. Das NCAA-Turnier gilt als einer der unversehrtesten und beliebtesten Postseason-Wettbewerbe im US-Sport – und genau das soll nun verändert werden.

Kein sportlicher, sondern ein finanzieller Antrieb?

Es gibt keine sportlichen Gründe für die Erweiterung. Im Gegenteil: Die meisten Fans würden sich stattdessen eine Rückkehr zum 64er-Feld wünschen – so wie es von 1985 bis 2001 der Fall war. Doch die NCAA hat in den letzten Jahrzehnten bewiesen, dass sie eines besonders gut kann: ein Turnier organisieren, das die USA für drei Wochen im März begeistert. Mit Einnahmen von rund einer Milliarde Dollar jährlich – etwa 90 Prozent des Gesamtumsatzes – ist das Turnier ein Goldesel. Warum also ändern, was funktioniert?

Die traurige Wahrheit: Es geht um Geld

Die plausibelste Erklärung für die geplante Erweiterung ist schlicht Gier. Die NCAA scheint nie genug zu haben. Ab 2027 werden Fans daher mit zusätzlichen Spielen konfrontiert sein: Machtkonferenz-Teams mit negativer Saisonbilanz, hässlicher Basketball und leeren Rängen. Ein Szenario, das niemand will – außer vielleicht einigen wenigen Profiteuren.

Die Ironie: Gerade das NCAA-Turnier ist eines der wenigen Dinge im Sport, das niemand ändern möchte. Doch die Geschichte der NCAA zeigt, dass sie oft Entscheidungen trifft, die niemand versteht – und die am Ende niemandem nutzen.

Quelle: SB Nation