Zollrückerstattungen starten am Montag
US-Unternehmen, die rechtswidrige Zölle gezahlt haben, können ab Montag über ein neues Online-Portal Rückerstattungen beantragen. Der Start des Portals durch die Trump-Administration ist der erste Schritt zur Umsetzung eines Gerichtsurteils, das die Rückzahlung von Milliarden Dollar an Importeure vorsieht.
Hintergrund der Rückerstattungen
Der Supreme Court hatte im Februar die umstrittenen Zölle für verfassungswidrig erklärt. Zwar wurde nicht geklärt, wie die Rückerstattung konkret erfolgen soll, doch das Zollhandelsgericht ordnete im März an, dass die Rückzahlungen beginnen müssen. Die Zölle waren unter dem International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) erhoben worden.
So funktioniert das neue Portal
Die Zollbehörde CBP startet das CAPE-Portal (Consolidated Administration and Processing of Entries) über das bestehende ACE-System (Automated Commercial Environment). Unternehmen müssen eine sogenannte „CAPE-Erklärung“ einreichen, um Rückerstattungen für unter IEEPA erhobene Zölle zu beantragen.
Folgende Schritte sind erforderlich:
- Registrierung: „Importeure of Record“ und zugelassene Zollmakler müssen ein Konto im ACE-Portal anlegen.
- Bankdaten: Die Angabe der Bankverbindung ist Pflicht.
- Antragstellung: Die Rückerstattungsanträge müssen eingereicht werden. Bei korrekter Bearbeitung sollen die Gelder innerhalb von 60 bis 90 Tagen ausgezahlt werden.
Bei Unstimmigkeiten oder Compliance-Problemen kann sich die Bearbeitung verzögern.
Wer ist berechtigt?
Nicht alle Importeure, die Zölle gezahlt haben, sind sofort anspruchsberechtigt. Laut CBP gilt die erste Phase nur für:
- Bestimmte nicht abgewickelte Einfuhren
- Einfuhren, die innerhalb von 80 Tagen nach Abwicklung betroffen sind
Von den geschätzten 330.000 Importeuren, die bis März Zölle in Höhe von rund 166 Milliarden Dollar gezahlt hatten, haben bisher nur etwa 56.500 ihre Anmeldung für elektronische Rückzahlungen abgeschlossen – eine Voraussetzung für die Auszahlung.
Profitieren auch Verbraucher?
Laut New York Fed trugen bis November zu 90 % Unternehmen und Verbraucher die Zolllast. Ob Verbraucher direkt von den Rückerstattungen profitieren, ist unklar. Einige Firmen wie FedEx und Costco haben jedoch angekündigt, Kunden zu entschädigen.
Mögliche weitere Klagen
Costco reichte bereits im November eine Klage ein, um die Zölle zu blockieren und bereits gezahlte Beträge zurückzufordern. Die Klage ist Teil mehrerer Sammelverfahren, die gegen die Zölle eingereicht wurden. Die Regierung könnte zudem gegen das Urteil des Handelsgerichts Berufung einlegen.
„Die CBP hat der Handelsgemeinschaft Leitlinien zur Verfügung gestellt, um sich auf die Nutzung des neuen CAPE-Tools vorzubereiten. Importeure und Makler finden auf der CBP-Website Schritt-für-Schritt-Anleitungen.“
CBP-Sprecher, in einer E-Mail am Sonntagabend
Die CBP reagierte nicht auf eine Anfrage von Axios zu möglichen technischen Problemen oder Maßnahmen zur Bewältigung eines hohen Antragsaufkommens am ersten Tag.
Fazit
Nach dem Urteil des Supreme Courts im Februar sagte der damalige Finanzminister Scott Bessent, die Rückerstattungen würden „so schnell wie möglich“ abgewickelt. Die ersten Anträge können nun ab Montag gestellt werden – doch die vollständige Abwicklung wird Zeit in Anspruch nehmen.