Kunden klagen gegen Nintendo wegen Zollrückerstattung

Zwei Nintendo-Kunden aus Kalifornien und Washington haben beim United States District Court im westlichen Bezirk von Washington eine Sammelklage gegen das japanische Unternehmen eingereicht. Die Kläger, Gregory Hoffert und Prashant Sharan, fordern, dass Nintendo die voraussichtlich erhaltenen Zollrückerstattungen an die Kunden weitergibt. Der Fall wurde nach der Eröffnung eines offiziellen Rückerstattungsportals durch die US-Zollbehörde eingereicht.

Hintergrund: Zölle und Nintendo-Klage gegen die US-Regierung

Im März reichte Nintendo selbst eine Klage gegen die US-Regierung ein, nachdem der Supreme Court die von Ex-Präsident Donald Trump verhängten Zölle auf Basis des International Emergency Economic Powers Act für verfassungswidrig erklärte. Tausende Unternehmen folgten diesem Schritt, bevor die Zollbehörde ein vereinfachtes Rückerstattungsverfahren einführte. Nintendos ursprüngliche Klage wurde vorerst ausgesetzt, um das neue System abzuwarten.

Kunden fordern Transparenz bei Rückerstattungen

Während Unternehmen wie FedEx und UPS angekündigt haben, die Rückerstattungen an ihre Kunden weiterzugeben, bleibt Nintendo bisher unklar. Die Kläger argumentieren, dass Nintendo durch die Zölle keine finanziellen Einbußen erlitt, da die Kosten bereits über höhere Preise an die Verbraucher weitergegeben wurden. Besonders kritisch ist dies, da die Zölle kurz vor den Vorbestellungen der Nintendo Switch 2 eingeführt wurden – der Preis der Konsole blieb jedoch stabil, während Zubehör und ältere Modelle teurer wurden.

„Nintendo steht ein finanzieller Gewinn bevor: Das Unternehmen hat die Zollkosten bereits über höhere Preise von den Verbrauchern zurückerlangt und steht nun in der Warteschlange, um dieselben unrechtmäßigen Zahlungen vom Bund zurückzuerhalten.“

Nintendos Finanzen während der Zollphase

Laut der Klageschrift verzeichnete Nintendo während der Zollphase „starke und teilweise steigende Finanzzahlen“. Dennoch räumte Präsident Shuntaro Furukawa im Mai ein, dass die Zölle „negative Auswirkungen von mehreren Dutzend Milliarden Yen auf die Gewinnspanne“ hatten. Trotz dieser Einbußen blieb die Verkaufsprognose für das Geschäftsjahr stabil: 15 Millionen Einheiten der Nintendo Switch 2 wurden erwartet, tatsächlich wurden bis Februar bereits 18 Millionen Geräte verkauft.

Mögliche Sammelklage mit großer Reichweite

Sollte das Gericht die Sammelklage zulassen, könnte die betroffene Gruppe Hunderttausende oder sogar Millionen von Nintendo-Kunden umfassen. Ähnliche Klagen gegen andere Unternehmen wie Costco laufen bereits. Die Kläger fordern, dass das Gericht entscheidet, wie die Rückerstattungen zu verteilen sind – ob sie an die Kunden oder an Nintendo selbst fließen sollen.

Quelle: Aftermath