Ungeklärtes Verschwinden eines republikanischen Abgeordneten

Der republikanische Kongressabgeordnete Tom Kean Jr. aus New Jersey ist seit mehr als einem Monat nicht in Washington aufgetaucht. Der 57-Jährige verpasst seit dem 5. März fast 50 Abstimmungen im Repräsentantenhaus. Seine Kollegen zeigen sich besorgt über sein plötzliches Verschwinden.

Keine Reaktion auf Kontaktversuche

Republikaner aus New Jersey und New York versuchten vergeblich, Kean telefonisch oder per Textnachricht zu erreichen. Jeff Van Drew, ebenfalls Abgeordneter aus New Jersey, bestätigte gegenüber Politico „komplette Funkstille“. Selbst Don Bacon, ein republikanischer Kollege aus Nebraska, wusste bis Dienstag nichts von Keans Abwesenheit: „Ich habe nach ihm gesucht. Dass es schon so lange dauert, war mir nicht klar.“

Gesundheitliche Gründe vermutet

Keans Mitarbeiter bestätigten Politico gegenüber gesundheitliche Probleme, ohne Details zu nennen.

„Ich kenne den Abgeordneten und seine Familie. Sie schätzen die guten Wünsche und die Unterstützung. Er wird bald wieder voll im Dienst sein.“
Ein Berater Keans, Harrison Neely, äußerte sich in ähnlichem Ton.

Politische Folgen in unsicherem Wahlkreis

Keans Verschwinden fällt in eine schwierige Phase für die Republikaner. Die sinkende Popularität von Ex-Präsident Donald Trump führte in den letzten Monaten zu Wahlniederlagen, auch in New Jersey. In Keans Wahlkreis, dem am stärksten gespaltenen des Bundesstaates, eröffnen sich zudem neue Herausforderungen: Die Trump-Administration plant ein Einwanderungsgefängnis, und ein Infrastrukturprojekt für Pendler wurde gestrichen – beides Faktoren, die Keans Wiederwahlchancen zusätzlich belasten.

Sollte sich sein Gesundheitszustand nicht schnell bessern, könnte sein Sitz im Kongress vakant werden – ein Risiko für die ohnehin geschwächte republikanische Position in der Region.