Richter blockiert umstrittene Impfrichtlinien von RFK Jr.
Ein Bundesrichter hat die von Robert F. Kennedy Jr. als Gesundheitsminister eingeführten Änderungen am Impfplan für Kinder für rechtswidrig erklärt. Die neuen Richtlinien des US-Gesundheitsministeriums (HHS) reduzierten die empfohlenen Impfungen von 16 auf 11 Krankheiten und schwächten die Empfehlungen für weitere Impfungen wie Rotavirus, Grippe und Hepatitis A ab.
Wissenschaftliche Standards missachtet
US-Bezirksrichter Brian Murphy urteilte, dass die HHS-Beamten unter Kennedys Führung „wissenschaftliche Methoden ignoriert und damit die Integrität ihrer Maßnahmen untergraben“ hätten. Die bisherigen Impfempfehlungen seien „wissenschaftlich fundiert und gesetzlich verankert“ gewesen, so Murphy in seiner Begründung.
Besetzung des Impfberatungsgremiums für ungültig erklärt
Zusätzlich blockierte der Richter die Ernennung von 13 Mitgliedern in das Advisory Committee on Immunization Practices (ACIP), da diese nicht den gesetzlichen Vorgaben entsprochen hätten. Die Kläger hatten argumentiert, das Gremium sei einseitig mit Anhängern von Kennedys Impfskeptizismus besetzt und verstoße gegen den Federal Advisory Committee Act.
Folgen für laufende Impfdebatten
Nach dem Urteil wurden ACIP-Sitzungen dieser Woche abgesagt, darunter eine Diskussion über mögliche Änderungen der COVID-19-Impfempfehlungen. Zudem setzte der Richter alle Abstimmungen des Gremiums seit Juni aus – darunter eine umstrittene Entscheidung aus Dezember, die die sofortige Hepatitis-B-Impfung von Neugeborenen abschwächte.
Medizinische Fachverbände begrüßen das Urteil
Die Klage gegen die HHS-Impfrichtlinien wurde unter anderem von der American Academy of Pediatrics (AAP) und anderen großen medizinischen Verbänden eingereicht. In einer Stellungnahme bezeichnete AAP-Präsident Andrew Racine, MD, das Urteil als „historischen und willkommenen Sieg für Kinder, Gemeinden und Kinderärzte“.
„Diese Entscheidung zeigt, dass wissenschaftsbasierte Prozesse bei der Entwicklung von Impfempfehlungen nicht ignoriert werden dürfen. Sie ist ein entscheidender Schritt zur Wiederherstellung wissenschaftlicher Entscheidungsfindung in der Bundesimpfpolitik, die Kinder seit Jahren gesund hält.“
Trump-Regierung kündigt Berufung an
Die Trump-Administration hat bereits angekündigt, gegen das Urteil in Berufung zu gehen. Experten betonen, dass die Entscheidung des Richters die Bedeutung unabhängiger wissenschaftlicher Gremien für die öffentliche Gesundheit unterstreicht.