Der britische Ölriese Shell hat im ersten Quartal 2025 einen Gewinn von fast 7 Milliarden Dollar erzielt. Das entspricht einer Verdopplung gegenüber dem Vorquartal. Während die Gewinne der Konzerne steigen, leiden Verbraucher unter den hohen Spritpreisen: Ein Gallone Benzin kostet im Schnitt 4,56 Dollar, Diesel liegt nur noch 14 Cent unter seinem Rekordhoch von 5,82 Dollar.
Vor einem Jahr lag der Benzinpreis noch bei 3,15 Dollar pro Gallone. Die aktuellen Preise belasten Autofahrer massiv und führen zu wachsender Kritik an der Ölindustrie.
Shell-Chef Wael Sawan verwies auf die „beispiellose Störung der globalen Energiemärkte“ – insbesondere durch den Krieg im Iran. Die Spannungen in der Region wirken sich direkt auf die Produktion aus: Rund 20 Prozent von Shells Öl- und Gasförderung finden im Nahen Osten statt. Während die Anlagen in Oman weiterhin laufen, bereiten Konflikte in anderen Ländern Sorgen.
Gewinne steigen – Aktienkurse fallen
Die angepassten Quartalsgewinne beliefen sich auf 6,9 Milliarden Dollar – im Vorquartal waren es noch 3,3 Milliarden. Investoren reagierten jedoch verhalten: Die Aktie von Shell gab heute um 3,4 Prozent nach. Dennoch plant das Unternehmen eine Rückkaufaktion von Aktien im Wert von 3 Milliarden Dollar und erhöht die Dividende um 5 Prozent. Aktionäre erhalten damit 0,3906 Dollar pro Aktie.
Proteste gegen „Kriegsprofiteure“
Umweltverbände und Verbraucher zeigen sich empört über die hohen Gewinne. Greenpeace UK projizierte eine kritische Botschaft an die Fassade des Shell-Hauptquartiers in London und bezeichnete den Konzern als „Kriegsprofiteur“:
„Shells Gewinne haben sich seit Beginn von Trumps illegalem Krieg im Iran verdoppelt. Während Tausende sterben, die Region destabilisiert wird und die Energiekosten explodieren, macht der Konzern Milliarden.“
Die Organisation fordert eine Besteuerung der Übergewinne, um Haushalte in der Inflation zu entlasten und den Klimaschutz zu finanzieren.
Der Krieg im Iran begann zwar erst am 28. Februar – also spät im ersten Quartal – doch die Ölpreise schnellten sofort in die Höhe und bleiben auf hohem Niveau.