Ein Rekordsturm trifft die Nördlichen Marianen

Ein Super-Taifun der Kategorie 5 mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 295 km/h hat die Nördlichen Marianen verwüstet. Der Sturm, der als stärkster des Jahres 2026 gilt, traf die Inselgruppe im westlichen Pazifik und hinterließ eine Spur der Verwüstung. Häuser wurden überflutet, Dächer abgerissen und die Infrastruktur schwer beschädigt.

Zerstörung und humanitäre Krise

Der Taifun Sinlaku traf zunächst die Insel Chuuk in Mikronesien, wo er bereits ein Todesopfer forderte und einen Fischer vermisst lässt. Anschließend zog er nördlich an Guam vorbei, bevor er die Inseln Saipan und Tinian in den Nördlichen Marianen traf. Die Bewohner erlebten mehr als zwei Tage ohne Strom, Mobilfunk oder fließend Wasser.

„Es pfeift noch immer, und man hört, wie es draußen tobt. Dinge klappern und schlagen. So etwas habe ich noch nie erlebt – ein Taifun, der einfach nicht verschwindet.“
Ed Propst, ehemaliger Abgeordneter und Bewohner von Saipan

Früher Auftakt der Sturmsaison

Besonders ungewöhnlich: Der Super-Taifun traf bereits im April – Monate vor Beginn der typischen Taifunsaison. „Wann gab es zuletzt einen Super-Taifun so früh im Jahr?“, fragte Propst. „Mir fällt kein vergleichbarer Fall ein.“

Schwierige Erholung nach früheren Katastrophen

Die Nördlichen Marianen kämpfen seit Jahren mit den Folgen von Super-Taifun Yutu (2018), der Tausende Häuser zerstörte und die Wirtschaft schwer traf. Die aktuelle Krise verschärft die ohnehin angespannte Lage. Gleichzeitig kämpft die Inselgruppe mit einer anhaltenden Wirtschaftskrise und unzureichender Bundeshilfe.

„Wir erleben einen verheerenden Schlag durch Super-Taifun Sinlaku – zusätzlich zu den drängenden lokalen Problemen wie Küstenerosion und einer Wirtschaftskrise. Hinzu kommen ökologische Bedrohungen durch die Bundesregierung, etwa Tiefseebergbau und Militarisierung. Unsere Gemeinschaft ist stark, aber selbst Krieger brauchen Erholung.“
Sheila Babauta, Klimaschutzaktivistin und Mutter

Klimawandel als Verstärker

Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Super-Taifun auch ohne Klimawandel entstanden wäre. Allerdings erhöhten die steigenden Meerestemperaturen die Wahrscheinlichkeit einer schnellen Intensivierung. Daniel Swain, Klimaforscher, erklärt:

„In den Tagen vor der Entstehung des Taifuns lagen die Meerestemperaturen in der Region 3 bis 5 Grad Fahrenheit über dem Durchschnitt – bereits wärmer als im Großteil des 20. Jahrhunderts.“

Hintergrund: Die Nördlichen Marianen

  • US-Territorium mit rund 50.000 Einwohnern
  • Heimat der indigenen Chamorro- und Carolinian-Völker
  • Häufig von Taifunen betroffen, besonders in den Monaten Juli bis November
  • Letzter schwerer Taifun: Yutu (2018) mit Zerstörungen in Milliardenhöhe

Fazit: Eine Region im Ausnahmezustand

Die Nördlichen Marianen stehen vor einer doppelten Herausforderung: der Bewältigung der aktuellen Katastrophe und der langfristigen Anpassung an den Klimawandel. Die Bundesregierung wird unter Druck geraten, schnellere und umfassendere Hilfsmaßnahmen bereitzustellen.

Quelle: Grist