Ein neuer Bericht des Nachrichtenportals Axios sorgt für Aufsehen: Demnach verhandelt die Trump-Administration mit dem Iran über ein milliardenschweres Abkommen. Im Gegenzug für die Aufgabe seines angereicherten Urans – etwa 2,2 Tonnen in unterirdischen Anlagen – soll der Iran 20 Milliarden Dollar aus eingefrorenen Vermögen erhalten.

Ein spektakuläres Angebot

Die Summe von 20 Milliarden Dollar übersteigt die ursprünglichen Forderungen Irans (27 Mrd. Dollar) und die Anfangsgebote der USA (6 Mrd. Dollar) deutlich. „The art of the deal“, wie es ein Beobachter formulierte. Doch die Details werfen Fragen auf: US-Präsident Donald Trump bestritt den Bericht zwar, doch die Quellenlage bleibt brisant.

Vergleich mit dem Iran-Deal unter Obama

Unter Präsident Barack Obama wurde 2016 im Rahmen des Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA) ein Teil der eingefrorenen iranischen Gelder freigegeben – insgesamt 1,7 Milliarden Dollar. Damals löste dies massive Kritik aus: Konservative warfen Obama vor, mit der Zahlung „Lösegeld“ an den Iran gezahlt und sogar Verrat begangen zu haben. Trump selbst behauptete damals fälschlich, Obama habe 150 Milliarden Dollar in bar übergeben.

Die Realität: Die 1,7 Mrd. Dollar waren iranisches Eigentum, das nach der Revolution 1979 und durch Sanktionen eingefroren wurde. Die Zahlung erfolgte in Raten und war an strenge Auflagen geknüpft, um eine Finanzierung von Terrorgruppen wie Hisbollah oder Hamas zu verhindern.

„Wenn 1,7 Mrd. Dollar Verrat waren, was sind dann 20 Mrd. Dollar?“
Robert Malley, Nahost-Experte

Politische Brisanz und mögliche Konsequenzen

Die Diskussion wirft grundsätzliche Fragen auf: Ist ein solches Abkommen mit dem Iran überhaupt vertretbar? Kritiker befürchten, dass die Gelder erneut in destabilisierende Aktivitäten fließen könnten. Befürworter argumentieren, dass ein Deal im Interesse der globalen Sicherheit notwendig sei.

Fest steht: Sollte der Bericht zutreffen, würde Trump eine Politik verfolgen, die seiner eigenen Rhetorik der vergangenen Jahre diametral widerspricht. Die Debatte über mögliche „Verratsvorwürfe“ könnte damit neue Nahrung erhalten.

Hintergrund: Die eingefrorenen iranischen Gelder

  • Nach der Islamischen Revolution 1979 wurden iranische Vermögen weltweit eingefroren.
  • Unter dem JCPOA (2015) wurden Teile freigegeben – gegen Zugeständnisse im Atomprogramm.
  • Die USA blockierten weitere Gelder, u. a. durch Sanktionen unter Trump.

Fazit

Die Verhandlungen werfen mehr Fragen auf, als sie beantworten. Während Trump einst Obamas Iran-Politik als „Verrat“ brandmarkte, könnte ein ähnliches Abkommen unter seiner Führung ähnliche Kontroversen auslösen. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklungen mit Skepsis.