Abtreibungsdebatten ohne bundesweite Regelung
Vor fünf Jahren, im Mai 2021, prognostizierten Beobachter, dass die politischen Auseinandersetzungen um Abtreibung in den USA zwar weitergehen würden – allerdings nicht mehr auf Bundesebene, sondern in den Einzelstaaten. Jacob Sullum schrieb in seinem Artikel "Das Recht auf Abtreibung verschwindet nicht":
"Ohne Roe v. Wade werden die politischen Kämpfe um Abtreibung anhalten, aber sie werden sich vor allem auf einzelstaatliche Gesetzgebungsdebatten konzentrieren – statt auf verfassungsrechtliche Fragen oder die Zusammensetzung des Supreme Courts. Keine Seite wird mit dieser Situation zufrieden sein, doch sie reduziert die Bedeutung einzelner Entscheidungen und entschärft die hitzige Debatte, die die nationale Politik lange dominiert hat."
Bernie Sanders: Radikale Pläne und wachsende Popularität
Zehn Jahre zuvor, im Mai 2016, analysierte Matt Welch in "Bernies schlechte Ideen" die wirtschaftspolitischen Vorstellungen des damaligen Präsidentschaftskandidaten Bernie Sanders:
- Sanders kritisierte die bisherige Politik als zu lasch und forderte radikale Umverteilung sowie staatliche Eingriffe in die Wirtschaft.
- Seine Forderungen nach einer vollständigen Handelsblockade mit nicht-kommunistischen Staaten und staatlich kontrollierten "Arbeiterunternehmen" stießen auf Kritik.
- Trotz kontroverser Positionen konnte Sanders rund 40 Prozent der demokratischen Wähler überzeugen – eine bemerkenswerte Leistung für einen Kandidaten mit sozialistischer Vergangenheit.
Glenn Garvin kommentierte in "Die Sanders-Überraschung":
"Selbst wenn er verliert, hat Sanders gezeigt, dass er landesweit fast 40 Prozent der demokratischen Wähler mobilisieren kann. Das ist eine erstaunliche Leistung für jemanden, der ein Porträt von Eugene V. Debs – einem sozialistischen Präsidentschaftskandidaten aus dem Gefängnis heraus – an seiner Wand hängen hat. Sanders wirft mit Begriffen wie Oligarchie um sich, verspricht, den Handel mit allen Ländern außer Kuba zu stoppen, und fordert staatlich kontrollierte Unternehmen. Seine Verachtung für den freien Markt grenzt an Paranoia."
Postdienst in der Krise: Hohe Kosten durch fehlenden Wettbewerb
Vor 35 Jahren, im Mai 1991, analysierte Carolyn Lochhead in "Die überlegene Post" die Gründe für die steigenden Portokosten in den USA:
- Die Hauptursache sahen Experten in den ausufernden Arbeitskosten der US-Post, die ohne Konkurrenzdruck und Gewinnorientierung operierte.
- Douglas Adie, Ökonom der Ohio University, verglich die Post mit einem exklusiven Club, der vor allem sich selbst diene.
- Lee Epstein, Präsident eines Postdienstleisters, kritisierte: "Ohne Wettbewerb können sie tun und lassen, was sie wollen."
Amtrak: Ein teures Zugprojekt seit 1981
Vor 45 Jahren, im Mai 1981, zog die New York Times Bilanz über das staatliche Bahnprojekt Amtrak:
- 1970 startete Amtrak mit einer bescheidenen Förderung von 40 Millionen Dollar.
- Bis 1981 beliefen sich die jährlichen Steuerzuschüsse bereits auf fast 900 Millionen Dollar.
- Trotz der hohen Kosten blieb die langfristige Wirtschaftlichkeit des Projekts ungewiss.