Die US-Regierung hat eine neue 195-seitige Drogenstrategie veröffentlicht, die ambitionierte Ziele zur Bekämpfung der Sucht- und Drogenkrise formuliert. Dazu gehören der Ausbau von Behandlungsmöglichkeiten, Präventionsmaßnahmen für Jugendliche und verstärkte Unterstützung für Menschen in der Reha. Doch Experten sehen einen Widerspruch zwischen den Zielen und den tatsächlichen Maßnahmen der Trump-Administration.
Die Strategie, die alle zwei Jahre aktualisiert wird, gilt als zentrales Dokument für die bundesweite Drogenpolitik. Seit dem Jahr 2000 sind in den USA mehr als 1,1 Millionen Menschen an Überdosen gestorben. Obwohl die Zahlen in letzter Zeit leicht rückläufig sind, bleiben sie auf einem hohen Niveau – besonders betroffen sind dabei afroamerikanische und indigene Bevölkerungsgruppen.
Während die Strategie auf der einen Seite mehr Behandlungsangebote und Prävention fordert, setzt die Regierung gleichzeitig auf stärkere Strafverfolgung und die Bekämpfung des Drogenangebots. So wird in dem Dokument von einem „Krieg gegen ausländische Terrororganisationen“ gesprochen, um Drogenkartelle zu bekämpfen. Geplant sind zudem der Einsatz von KI-gestützter Grenzkontrolle und Abwasseranalysen zur Aufdeckung illegalen Drogenkonsums.
Der zweite Teil der Strategie konzentriert sich auf die Reduzierung der Nachfrage durch Prävention, Therapie und Unterstützung von Menschen in der Reha. Besonders hervorgehoben wird die Rolle der Religion in der Suchttherapie sowie der flächendeckende Einsatz von Naloxon zur Überdosis-Rettung.
Die Trump-Administration betont in einer Pressemitteilung, die Strategie sei ein „Fahrplan“, um das Drogenangebot zu zerstören und die „Seuche der illegalen Drogen“ in den USA zu besiegen. Eine Stellungnahme der Regierung zu den Widersprüchen zwischen Strategie und tatsächlicher Politik blieb bisher aus.
Bereits im Dezember hatte Trump angekündigt, die staatlichen Ausgaben für Suchtprogramme zu kürzen. Kritiker verweisen darauf, dass die geplanten Maßnahmen durch Entlassungen im öffentlichen Dienst, Streichungen von Forschungsgeldern und Angriffe auf Hilfsorganisationen untergraben werden. Zudem belasten Kürzungen bei Medicaid – dem wichtigsten Versicherungsträger für Sucht- und psychische Erkrankungen – die Umsetzung der Ziele.
„Viele Punkte der Strategie sind begrüßenswert und werden unterstützt. Doch es gibt klare Diskrepanzen zwischen den formulierten Prioritäten und der tatsächlichen Finanzierung.“
Libby Jones, Global Health Advocacy Incubator