Brett Neibling steht in seinem kargen Büro auf der Farm in Highland, Kansas. Vor ihm: Bildschirme und Geräte, die den reibungslosen Ablauf seiner 2.500 Hektar großen Farm steuern. Ein brauner Labrador liegt vor der Tür – ein unberechenbarer Begleiter. Doch hier, in diesem klimatisierten Raum, entscheidet sich das Schicksal seines Familienbetriebs.

Die Maschinen rechts sortieren die geernteten Erntegüter in Silos, links trocknet Mais für den Verkauf. Doch seit Trumps Rückkehr ins Amt lastet ein doppelter Druck auf den Farmern: der Handelskrieg und die Eskalation im Iran.

Die von China verhängten Strafzölle auf US-Soja haben die Exporte im Jahr 2025 auf ein Viertel des Vorjahresniveaus gedrückt. Von Mai bis November gab es gar keine Lieferungen mehr. Brasilien füllt nun die Lücke – und wird zum Hauptlieferanten Chinas. „Sojabohnen sind längst kein Handelsgut mehr, sondern ein geopolitisches Werkzeug“, erklärt Jonathan Coppess, Agrarökonom an der Universität Illinois.

Die Folgen sind dramatisch: Kansas allein verlor 2018 fast eine Milliarde Dollar durch den Handelskonflikt. Doch die aktuelle Krise trifft die Farmer härter als je zuvor. Die Schließung der Straße von Hormuz im März trieb die Preise für Öl und Dünger in die Höhe – ein weiterer Schlag für die ohnehin gebeutelte Branche.

Neibling, Präsident der Kansas Soybean Association, beschreibt die Lage als „extrem schwierig“. Die unberechenbaren Tweets des Präsidenten verstärken die Unsicherheit:

„Manchmal scheint der Markt nur noch von Tweets getrieben zu werden.“

Die Kombination aus Handelskrieg, Energiekrise und geopolitischen Spannungen zeigt, wie globalen Konflikte die Existenzgrundlage amerikanischer Familienfarmen bedrohen. Die Entscheidungen der Trump-Regierung mögen kurzfristig sein – doch ihre Auswirkungen werden die Landwirtschaft noch lange prägen.