Maine-Gericht lehnt Scheidungsklage wegen fehlender Registrierung ab

Das Oberste Gericht des US-Bundesstaates Maine hat in einem aktuellen Urteil die Scheidungsklage von Ms. Aldarraji gegen ihren Ehemann Mr. Alolwan abgelehnt. Die Klägerin argumentierte, dass die Ehe nach dem Recht Maines gültig sei, obwohl die Trauung nicht in den USA, sondern in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) stattfand.

Ehe in den VAE nach islamischem Ritus geschlossen

Die Parteien trafen sich 2019 in den USA und reisten noch im selben Jahr nach Dubai, um dort eine religiöse Ehe nach islamischem Brauch zu schließen. Ein Imam aus Biddeford, Maine, leitete die Zeremonie per Videokonferenz. Anschließend unterzeichneten die Eheleute in der Türkei eine von dem Imam ausgestellte religiöse Heiratsurkunde – allerdings ohne vorherige Registrierung nach US-Recht.

Gericht: Religiöse Zeremonie allein reicht nicht aus

Das Gericht stellte klar, dass eine Ehe in Maine nur dann rechtlich anerkannt wird, wenn sie den staatlichen Vorgaben entspricht. Dazu gehören:

  • Einreichen eines Heiratsantrags bei einer kommunalen Behörde oder dem Standesamt;
  • Ausstellung einer Heiratslizenz;
  • Durchführung einer offiziellen Trauung durch eine berechtigte Person in Anwesenheit von zwei Zeugen;
  • Dokumentation der Eheschließung auf der Lizenz und Rückgabe innerhalb von 15 Werktagen.

Da diese Schritte in Maine nicht vollzogen wurden, erkannte das Gericht die Ehe nicht an. Zudem verwies das Gericht darauf, dass Maine keine Common-Law-Ehe anerkennt und die Gesetzgebungskompetenz für Ehefragen beim Parlament liegt.

Hintergrund der Parteien

Alolwan, geboren in Saudi-Arabien und Doppelstaatsbürger der USA und Saudi-Arabiens, zog 2006 in die USA. Aldarraji kam 2018 aus dem Irak in die USA. Die Eheleute lebten gemeinsam in Maine, ohne jedoch die formellen Voraussetzungen für eine Ehe nach US-Recht zu erfüllen.

Rechtliche Konsequenzen und Kritik

Das Urteil unterstreicht die Bedeutung der Einhaltung lokaler Ehegesetze, selbst wenn eine religiöse Zeremonie im Ausland stattfindet. Kritiker könnten argumentieren, dass das Urteil die Anerkennung religiöser Ehen erschwert, während Befürworter die Klarheit und Rechtssicherheit der staatlichen Regelungen betonen.

"Maine erkennt keine informellen oder religiösen Ehen an, wenn sie nicht den gesetzlichen Vorgaben entsprechen."

Quelle: Reason