Fast jede Frau kennt es: Ein kurzes 'Mir geht’s gut' – obwohl es nicht stimmt. Doch dieses scheinbar harmlose Verhalten kann schwerwiegende Folgen haben. Die Körperpflegemarke Megababe startet nun eine Kampagne, um auf das Problem des sogenannten 'Comfort Tax' aufmerksam zu machen. Ziel ist es, Frauen zu ermutigen, ihre Beschwerden ernst zu nehmen und sich Gehör zu verschaffen.
Kampagne in New York: Orange und Weiß gegen Normalisierung von Unbehagen
Seit Montag wirbt Megababe mit leuchtend orange-weißen Plakaten in New York City für mehr Selbstbewusstsein. Die Kampagne ist die erste, die sich ausschließlich auf soziale Medien und öffentliche Räume konzentriert. Sie basiert auf den Ergebnissen einer Umfrage, die Megababe im März durchgeführt hat. Dabei zeigte sich: 85 % der befragten Frauen verzichten lieber auf Komfort, als andere zu belästigen – selbst wenn sie Schmerzen haben. Noch alarmierender: 96 % der 500 Teilnehmerinnen geben mindestens einmal pro Woche vor, es gehe ihnen gut, obwohl das nicht der Fall ist.
Gesundheitliche Risiken: Warum Frauen ihre Beschwerden verschweigen
Die Gründe für dieses Verhalten sind vielfältig. Viele Frauen fürchten, als 'nervig' oder 'übertrieben' wahrgenommen zu werden. Besonders problematisch wird es, wenn es um die eigene Gesundheit geht: 65 % der Befragten haben einem Arzt nie von wiederkehrenden körperlichen Beschwerden erzählt – aus Scham oder weil sie die Symptome als 'nicht ernst genug' einstuften. Gründerin Katie Sturino erklärt im Interview mit Fast Company, warum dieses Verhalten gefährlich ist:
"Wir wollten zeigen, wie sich dieses 'Mir geht’s gut'-Gehabe auf die körperliche Gesundheit auswirkt. Viele Frauen gehen nicht zum Arzt, weil sie nicht als 'anspruchsvoll' gelten wollen – und leiden still vor sich hin."
Eine Telefonnummer für den Frust: Megababe gibt Frauen eine Stimme
Als Teil der Kampagne hat Megababe eine Hotline eingerichtet, unter der Frauen ihre Beschwerden – sei es körperlich oder emotional – anonym loswerden können. Sturino, die selbst über 800.000 Follower auf Social Media hat, ermutigt ihre Community regelmäßig, Dampf abzulassen:
"Ich will, dass Frauen einfach mal richtig Dampf ablassen können – ohne Konsequenzen. Es geht darum, Momente der Frustration zu nutzen und ihnen einen Ventil zu geben."
Ähnlich wie die Debatte um die 'Pink Tax' vor einem Jahrzehnt will Megababe nun den Begriff 'Comfort Tax' etablieren. Sturino betont, wie wichtig es gerade jetzt sei, Frauen eine Stimme zu geben:
"Frauen sind erschöpft. Sie tragen die mentale Last zu Hause – und erhalten kaum Unterstützung von Politik oder Gesellschaft. Es fühlt sich an, als würden immer mehr Aufgaben auf sie abgewälzt."
Produkte ohne Werbung: Megababe setzt auf Bewusstseinsbildung
Interessanterweise verzichtet die Kampagne bewusst auf die Nennung der eigenen Produkte. Obwohl Megababe erst kürzlich ein neues Anti-Reibungs-Gel und einen Blasenstift für die Füße auf den Markt gebracht hat, steht diesmal nicht der Verkauf im Vordergrund. Ab nächsten Monat wird zudem ein Antipilzmittel eingeführt – doch auch hier geht es nicht um Werbung, sondern um die Botschaft: Hört auf eure Körper und sprecht über eure Beschwerden!