Carlsons überraschende Entschuldigung: „Ich habe Menschen in die Irre geführt“
Tucker Carlson hat sich in seiner aktuellen Podcast-Folge öffentlich für seine jahrelange Unterstützung Donald Trumps entschuldigt. Auf „The Tucker Carlson Show“ erklärte er am Montag:
„Es reicht nicht zu sagen ‚Ich habe meine Meinung geändert‘ oder ‚Das ist schlecht, ich steige aus‘. Ich möchte mich dafür entschuldigen, dass ich Menschen in die Irre geführt habe.“
Sein Bruder Buckley, der laut Podcast-Notizen 2015 Reden für Trump verfasste, bestätigte die tiefe persönliche Betroffenheit. Carlson räumte ein, dass ihn die Rolle bei Trumps Wahlsieg noch lange beschäftigen werde:
„Ich werde noch lange darunter leiden, dass ich eine Rolle bei der Wahl Donald Trumps gespielt habe.“
Von bedingungsloser Unterstützung zu scharfer Kritik
Doch Carlsons plötzliche Abkehr von Trump wirkt wenig glaubwürdig. Während seiner Zeit bei Fox News verbreitete er regelmäßig Trumps Propaganda und erreichte mit bis zu 5 Millionen Zuschauern ein riesiges Publikum. Besonders nach der Wahl 2020 behauptete er wiederholt unbelegte Vorwürfe wie „beträchtlichen Wahlbetrug“ in Georgia.
Seine Unterstützung reichte bis hin zu rassistischen und fremdenfeindlichen Aussagen. Er befürwortete die „Great Replacement“-Verschwörungstheorie, die behauptet, nicht-weiße Einwanderer würden gezielt eingesetzt, um die weiße Wählerbasis zu verdrängen und die Republikaner finanziell zu schwächen.
Der Auslöser: Trumps provokante Posts und Angriffe auf den Papst
Carlsons endgültiger Bruch mit Trump kam, als dieser Iran angriff und anschließend auf Truth Social religiöse Posts veröffentlichte, die Carlson als „Hohn auf das Christentum“ bezeichnete. Noch schärfer wurde seine Kritik, nachdem Trump den Papst öffentlich angriff. Carlson fragte am 15. April in seiner Show:
„Könnte das der Antichrist sein? Nun, wer weiß? Zumindest ist das meine Schlussfolgerung.“
Hintergrund: Warum konservative Meinungsmacher jetzt gegen Trump wettern
Carlsons Sinneswandel ist kein Einzelfall. Marjorie Taylor Greene, Candace Owens, Alex Jones und Megyn Kelly – sie alle distanzieren sich mittlerweile von Trump. Doch ihre plötzliche Empörung wirkt konstruiert. Sie nutzen Trumps eigene Strategien, um sich als moralische Autoritäten zu inszenieren und ihre Reichweite zu sichern.
Experten sehen darin einen geschickten PR-Manöver: Statt Prinzipien geht es um Geschäftemacherei. Die konservativen Kommentatoren erkennen, dass Trumps MAGA-Basis schwindet – und wollen sich als neue „Retter“ der konservativen Werte präsentieren. Doch ihre Glaubwürdigkeit bleibt fragwürdig.
Fazit: Ein kalkulierter Schachzug mit zweifelhafter Moral
Carlsons Entschuldigung ist weniger ein Akt der Reue als vielmehr ein strategischer Schachzug. Während er sich als Opfer von Trumps Politik inszeniert, bleibt seine eigene Vergangenheit voller kontroverser Aussagen und Unterstützung für fragwürdige Positionen. Ob es ihm gelingt, sein Image zu rehabilitieren, bleibt abzuwarten – doch eines ist sicher: Sein plötzlicher Sinneswandel hat vor allem eines zum Ziel – Aufmerksamkeit und neue Zuschauer.