Erfolgreiche Wiederverwendung – doch der Rest des Starts scheiterte

Blue Origin, das Raumfahrtunternehmen von Jeff Bezos, feierte einen Teilerfolg: Zum ersten Mal gelang die Wiederverwendung einer New Glenn-Raketenstufe. Das Video, das Bezos veröffentlichte, zeigt, wie die massive Rakete kontrolliert auf einer Drohne namens „Jacklyn“ landete. Doch der Rest der Mission verlief katastrophal.

Satellit in falscher Umlaufbahn – Totalverlust

Der für den Kunden AST SpaceMobile bestimmte Kommunikationssatellit erreichte nicht die geplante Umlaufbahn. Wie das Unternehmen in einer Pressemitteilung bestätigte, war die Höhe zu niedrig, um mit den bordeigenen Triebwerken zu korrigieren. Der Satellit wird nun verglühen.

„Obwohl sich der Satellit von der Rakete trennte und einschaltete, ist die Flughöhe zu gering für den Betrieb mit den Bordtriebwerken. Er wird deorbitiert.“

AST SpaceMobile

Die Versicherung übernimmt die Kosten des verlorenen Satelliten. Damit erleidet Blue Origin einen schweren Rückschlag – trotz über einem Jahrzehnt Entwicklungsarbeit an der New Glenn.

New Glenn vs. Starship: Blue Origin hinkt hinterher

Der Fehlschlag ist besonders peinlich, da Blue Origin mit der New Glenn-Rakete (322 Fuß Höhe) gegen SpaceX‘ Starship (400 Fuß) antritt. Während SpaceX bereits Teststarts mit Starlink-Satelliten-Simulatoren erfolgreich absolvierte, gelang Blue Origin nicht einmal die korrekte Platzierung eines echten Satelliten.

Die New Glenn kann knapp 100.000 Pfund in den niedrigen Erdorbit befördern – das Starship V3 von SpaceX schafft etwa das Doppelte. Trotz dieses Rückschlags hält Blue Origin an seinen Plänen fest, NASA-Astronauten im Rahmen der Artemis-Missionen zum Mond zu bringen.

Geplante Mondmissionen in Gefahr?

Ursprünglich sollte die aktuelle New Glenn-Mission einen Prototypen des Blue Moon-Landers von Blue Origin ins All bringen. Stattdessen wurde der Satellit für AST SpaceMobile transportiert. Der erste Testflug des Blue Moon-Landers ist nun für den Herbst geplant, gefolgt von den Starts der Amazon-Internet-Satelliten noch in diesem Jahr. Doch nach dem jüngsten Fehlschlag könnten diese Zeitpläne unrealistisch sein.

Blue Origin kommentierte den Vorfall mit: „Wir analysieren die Situation und werden weitere Details bekanntgeben, sobald verfügbar.“

Ausblick: Kann Blue Origin noch aufholen?

Trotz des Misserfolgs bleibt Blue Origin ein wichtiger Akteur in der Raumfahrt. Doch der Wettbewerb mit SpaceX wird durch solche Rückschläge weiter verschärft. Während SpaceX bereits über 6.000 Starlink-Satelliten gestartet hat, kämpft Blue Origin noch um zuverlässige Starts.

Die nächste Chance für Blue Origin kommt im Herbst – doch ob die ambitionierten Pläne halten, bleibt fraglich.

Quelle: Futurism