Starbucks setzt auf ChatGPT – doch die KI-Bestellung enttäuscht

Starbucks hat eine neue Bestellfunktion eingeführt: Kunden können ihre Getränke nun über ChatGPT aufgeben. Doch die KI-Anwendung entpuppt sich als ineffizient und fehleranfällig. Nutzer berichten von umständlichen Dialogen, langen Ladezeiten und technischen Problemen – ein Desaster für den Kaffee-Konzern.

Warum die KI-Bestellung scheitert

Die Idee klingt innovativ: Statt die offizielle Starbucks-App zu nutzen, können Kunden ihre Bestellungen per Sprachbefehl oder Text über ChatGPT aufgeben. Doch in der Praxis zeigt sich, dass die KI-Anwendung keine Zeitersparnis bringt – im Gegenteil.

Ein Nutzer verglich die beiden Methoden: Während die Bestellung über die Starbucks-App in unter 20 Sekunden erledigt war, dauerte der gleiche Vorgang über ChatGPT über eine Minute und 40 Sekunden.

„Das ist der Grund, warum es Mist ist – KI ersetzt keine Apps und UIs“, kommentierte der Nutzer auf X.

Technische Pannen und verwirrende Dialoge

Besonders kritisch wird es, wenn Nutzer versuchen, ihre Bestellungen anzupassen. David Pierce von The Verge beschrieb die Erfahrung als „kompletten Chaos“. Nach der Bestellung eines Venti Eiskaffees schlug ChatGPT vor, Magermilch hinzuzufügen – doch die eigentliche Anpassung musste manuell über umständliche Menüs erfolgen.

„Alles, was mit Chatbots falsch sein kann, war hier perfekt sichtbar“, so Pierce.

Noch absurder wurde es, als ein Pop-up die Nachricht anzeigte, dass die Konversation „nahe an ihr Limit“ stoße – mitten im Bestellvorgang. „Das Limit so schnell zu erreichen, war überraschend“, schrieb Pierce. „Und warum gibt es überhaupt ein Limit, wenn die Bestellung über die App reibungslos funktioniert?“

Kritik aus der Tech-Szene

Auch Softwareentwickler Wes Bos äußerte sich kritisch. Er bezeichnete die ChatGPT-Bestellfunktion als „eine der ersten MCP-Apps, die außerhalb der Tech-Szene scheitert“. MCP steht für „Model Context Protocol“, einen offenen Standard für die Integration externer Tools in große Sprachmodelle. Bos betonte, dass die öffentliche Reaktion auf die KI-Bestellung „überwiegend negativ“ sei – obwohl sie als „Zukunft der Benutzeroberflächen“ beworben werde.

Fazit: KI ersetzt keine intuitive Bedienung

Die Starbucks-Bestellung über ChatGPT zeigt, dass KI-Anwendungen keine effiziente Alternative zu gut durchdachten Apps sind. Statt Zeit zu sparen, führt die umständliche Bedienung zu Frustration. Nutzer bevorzugen weiterhin die bewährte Starbucks-App – und das aus gutem Grund.

Quelle: Futurism