Die US-amerikanische Fluggesellschaft Delta Air Lines führt ab dem 19. Mai 2026 eine radikale Änderung in ihrem Bord-Service ein: Auf Flügen unter 350 Meilen (ca. 560 Kilometer) werden künftig weder Snacks noch Getränke angeboten. Betroffen sind damit etwa 450 tägliche Flüge, die bisher im Rahmen des „Express Service“ mit Wasser, Tee, Kaffee und zwei Snack-Optionen versorgt wurden.

Gleichzeitig erhalten Flüge zwischen 350 und 500 Meilen nun den vollen Service – inklusive Snacks und Getränken. Für Passagiere in der Ersten Klasse ändert sich nichts: Sie erhalten weiterhin auf allen Strecken Verpflegung. Flüge unter 250 Meilen hatten bereits zuvor keinen Service angeboten.

Delta begründet die Maßnahme mit dem Ziel, ein „konsistenteres Erlebnis“ über das gesamte Streckennetz hinweg zu schaffen. In einer Stellungnahme gegenüber Fast Company betonte das Unternehmen, dass die Crews auch auf den betroffenen Flügen weiterhin für die Passagiere erreichbar und auf deren Bedürfnisse fokussiert bleiben werden.

Warum diese Entscheidung?

Auf den ersten Blick wirkt die Streichung wie eine reine Kostensenkung – doch es gibt auch operationelle Gründe. Flüge unter 350 Meilen dauern meist weniger als eine Stunde, sodass den Flugbegleitern oft nur etwa 15 Minuten bleiben, um den Service für alle Passagiere abzuwickeln. Durch den Verzicht auf Snacks und Getränke können sie sich stärker auf Sicherheit und individuelle Anfragen konzentrieren.

Im Vergleich zu anderen großen US-Airlines setzt Delta damit die Service-Grenze höher: Bei United Airlines beginnt der Service erst ab 300 Meilen, bei American Airlines bereits ab 250 Meilen.

Reaktionen aus der Branche und auf Social Media

Die Ankündigung fällt in eine Zeit, in der die Luftfahrtbranche mit mehreren Herausforderungen kämpft: steigende Treibstoffpreise durch den anhaltenden Konflikt im Nahen Osten, explodierende Ticketpreise (ein Plus von 24 % zwischen Januar und April 2026) und die Insolvenz von Spirit Airlines. Vor diesem Hintergrund wird Delta vorgeworfen, mit der Maßnahme weitere Einsparungen vorzunehmen.

Die Reaktionen der Passagiere sind gespalten: Einige halten die Streichung für sinnvoll, da Snacks und Getränke auf kurzen Flügen ohnehin unnötig seien. Andere kritisieren den Schritt als weiteren Rückschritt in der Servicequalität der Branche. Ein Nutzer kommentierte etwa:

„Bord-Service ist nervig. Ich brauche weder Kekse noch Apfelsaft. Wir sind schließlich nicht im Luxussegment.“

Auswirkungen auf den Flugbetrieb

Laut Delta machen die betroffenen Flüge nur 9 % aller täglichen Verbindungen aus. Dennoch zeigt die Entscheidung, wie stark die Branche unter Kostendruck steht. Während einige Passagiere die Vereinfachung begrüßen, fürchten andere, dass weitere Service-Einschränkungen folgen könnten. Delta betont indes, dass die Sicherheit und der Komfort der Passagiere weiterhin Priorität haben.