Microsoft scheint endlich verstanden zu haben, dass der rücksichtslose Einsatz von KI bei seinen Kunden nicht auf Gegenliebe stößt. Besonders bei Gamern, die seit Jahren steigende Hardwarepreise aufgrund der KI-Nachfrage erleben, gilt KI mittlerweile eher als Schimpfwort denn als Verkaufsargument.
Xbox-Chefin Asha Sharma hat diese Stimmung offenbar erkannt und verkündete in einem Tweet am Dienstag, dass die Xbox Copilot AI auf mobilen Geräten „schrittweise eingestellt“ und die Entwicklung auf der Konsole komplett gestoppt werde. Die Reaktion der Community war überwältigend positiv – einige Nutzer feierten Sharma sogar als neue Xbox-Retterin.
„Ruhe in Frieden, Copilot“, schrieb ein User. Ein anderer kommentierte mit einem beliebten Gaming-Meme: „Jeder mag das.“
Die überwältigende Zustimmung zeigt, wie stark der wachsende Widerstand gegen KI ist – und wie einfach ein Kurswechsel in der Öffentlichkeitsarbeit wirken kann. Microsoft hat hier noch viel Aufholbedarf: Das Unternehmen gilt als Hauptziel der KI-Kritik und wurde für seine aggressiven KI-Integrationen in Windows sogar mit dem abwertenden Spitznamen „Microslop“ bedacht.
Xbox Gaming Copilot wurde erstmals im September vorgestellt. Die KI sollte Spielern Tipps geben, schwierige Levels meistern oder Spiele empfehlen. Doch bereits im März, kurz nach Sharmas Amtsantritt, wurde die für „später in diesem Jahr“ geplante Einführung mit Spott bedacht.
„Die KI wird sich weiter aufdrängen, bis die Moral steigt“, kommentierte ein Reddit-Nutzer damals sarkastisch. Ein anderer schrieb: „Ich bin müde, Chef.“
Neben dem Stopp von Copilot kündigte Sharma auch an, die kürzlichen Preiserhöhungen beim Xbox Game Pass rückgängig zu machen. Diese hatten in den letzten Monaten für massive Unzufriedenheit gesorgt und das Geschäftsmodell in eine kritische Lage gebracht. Trotz dieser Schritte bleibt Microsoft jedoch viel Arbeit, um das Vertrauen der Nutzer zurückzugewinnen.
„Sie hat noch einen langen Weg vor sich, um die meisten Xbox-Fans zurückzugewinnen – aber es ist immerhin ein Anfang“, kommentierte ein User.