Auf dem diesjährigen Cannes Film Festival hat der renommierte Regisseur Guillermo del Toro eine klare Haltung zu modernen Technologien und deren Einfluss auf die Kunstwelt vertreten. In einer emotionalen Rede bezeichnete er die Entstehung seines preisgekrönten Films „Pan’s Labyrinth“ als „die zweit-schlimmste Erfahrung meiner Karriere“ – nur übertroffen von den Dreharbeiten zu „Mimic“ unter der Leitung der Weinsteins.
Del Toro äußerte sich kritisch über die wachsende Tendenz, Kunst als etwas zu betrachten, das „mit einer verdammten App“ erschaffen werden könne. Diese Aussage steht im Kontext der aktuellen Debatte um den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in Film und Fernsehen. Der Oscar-Preisträger hat sich bereits mehrfach gegen den Einsatz generativer KI ausgesprochen und betonte zuletzt, er würde „lieber sterben“, als diese Technologie in seinen Werken zu nutzen.
Während einer Diskussion nach der Vorführung einer 4K-Restaurierung seines 2006 erschienenen Meisterwerks „Pan’s Labyrinth“ erinnerte sich del Toro an die Herausforderungen, die mit der Entstehung des Films verbunden waren. „Vor 20 Jahren war es, als würde man gegen alles und jeden kämpfen“, so der Regisseur. „Niemand wollte das Projekt finanzieren, und während der Produktion ging alles schief, was schiefgehen konnte.“
Trotz der widrigen Umstände wurde „Pan’s Labyrinth“ zu einem weltweiten Erfolg und gewann bei seiner Premiere in Cannes 2006 einen 22-minütigen stehenden Applaus – der längste in der Geschichte des Festivals. Del Toro beschrieb diese Reaktion als überwältigend, da er es gewohnt sei, eher Kritik als Lob zu erhalten. „Es fiel mir schwer, diese Liebe anzunehmen“, gestand er und erinnerte sich an einen Rat seines Kollegen Alfonso Cuarón, der ihm sagte: „Lass es zu. Lass die Liebe in dich hinein.“
In seiner Rede betonte del Toro die Bedeutung von Widerstand und Hoffnung – eine zentrale Botschaft seines Films. „Sie sagen uns, alles sei nutzlos, sich zu widersetzen, dass Kunst mit einer App gemacht werden kann und wir vor unüberwindbaren Herausforderungen stehen“, so del Toro. „Doch ich glaube, wenn wir nur ein Zeichen hinterlassen, wenn wir unseren Glauben gegen den Unglauben und unsere Stärke gegen die Übermacht stellen, gibt es Hoffnung.“
Seine Worte richteten sich auch an die heutige Generation von Filmemachern: „Die letzte Entscheidung, die wir treffen können, ist die zwischen Liebe und Angst. Gebt niemals der Angst nach.“
Die restaurierte Fassung von „Pan’s Labyrinth“ ist aktuell im Rahmen der „Cannes Classics“ des Festivals zu sehen. Der Film bleibt ein Meisterwerk des Regisseurs und ein Symbol für den unermüdlichen Kampf um kreative Integrität.