Kreuzfahrtschiff vor Westafrika in Quarantäne

Ein Luxus-Kreuzfahrtschiff wird derzeit vor der Küste Westafrikas festgehalten, nachdem ein mutmaßlicher Hantavirus-Ausbruch drei Passagiere getötet und drei weitere infiziert hat. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bestätigte in einer Mitteilung auf X einen laborbestätigten Hantavirus-Fall an Bord der MV Hondius. Insgesamt gibt es sechs Verdachtsfälle, darunter drei Todesfälle und einen Patienten in intensivmedizinischer Behandlung in Südafrika.

Laut einer offiziellen Stellungnahme des niederländischen Betreibers Oceanwide Expeditions leiden zwei Besatzungsmitglieder an akuten Atemwegssymptomen und benötigen dringend medizinische Versorgung. Bisher wurden 149 Passagiere an Bord isoliert, während lokale Behörden und Ärzte über das weitere Vorgehen entscheiden. „Es werden strenge Vorsichtsmaßnahmen ergriffen, darunter Isolierung, Hygieneprotokolle und medizinische Überwachung“, heißt es in der Mitteilung. „Alle Passagiere wurden informiert und werden unterstützt.“

Foster Mohale, Sprecher des südafrikanischen Gesundheitsministeriums, betonte gegenüber der New York Times:

„Es besteht kein Grund zur Panik, da bisher nur zwei Patienten von dem Kreuzfahrtschiff unser Land betreten haben.“

Was ist Hantavirus?

Hantaviren sind eine Virengruppe, die schwere Erkrankungen auslösen und im schlimmsten Fall tödlich enden können. Laut den US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) verursachen sie zwei Hauptsyndrome:

  • Hantavirus-Pulmonales Syndrom (HPS): Betrifft vor allem die Lunge und tritt hauptsächlich in Amerika auf.
  • Hämorrhagisches Fieber mit renalem Syndrom (HFRS): Schädigt primär die Nieren und ist vor allem in Europa und Asien verbreitet.

Laut CDC gab es in den USA seit Beginn der Überwachung 1993 bis Ende 2023 insgesamt 890 bestätigte Hantavirus-Fälle.

Übertragung und Symptome

Hantaviren werden hauptsächlich durch Nagetiere übertragen. Die Ansteckung erfolgt meist durch das Einatmen von Viren, die über Urin, Kot oder Speichel von infizierten Nagetieren in die Luft gelangen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist laut WHO extrem selten.

Die Symptome variieren je nach Syndrom:

Hantavirus-Pulmonales Syndrom (HPS)

  • Frühphase (1–8 Wochen nach Exposition): Müdigkeit, Fieber, Muskelschmerzen
  • Spätphase: Husten, Atemnot
  • Laut CDC endet die Krankheit in 38 % der Fälle mit Atemwegssymptomen tödlich.

Hämorrhagisches Fieber mit renalem Syndrom (HFRS)

  • Frühphase (1–2 Wochen nach Exposition): Starke Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Bauchschmerzen, Fieber, verschwommenes Sehen, Übelkeit
  • Spätphase: Niedriger Blutdruck, Nierenversagen

Die WHO und lokale Gesundheitsbehörden untersuchen derzeit die genaue Ursache des Ausbruchs an Bord der MV Hondius.