Eine aktuelle Analyse von JPMorgan vom 7. Mai zeigt, dass die Investmentgesellschaft Strategy bis 2026 etwa 30 Milliarden US-Dollar in Bitcoin investieren könnte – vorausgesetzt, das Unternehmen hält sein aktuelles Kaufvolumen bei. Diese Summe würde Strategy neben den Zuflüssen von Spot-Bitcoin-ETFs und dem Miner-Angebot zu einem entscheidenden strukturellen Faktor für die Bitcoin-Nachfrage machen.

Strategy besitzt bereits 818.869 Bitcoin, die für insgesamt 61,86 Milliarden US-Dollar zu einem durchschnittlichen Preis von 75.540 US-Dollar pro Bitcoin erworben wurden. Mit einer verbleibenden Emissionskapazität von 26,35 Milliarden US-Dollar für MSTR-Aktien und 19,46 Milliarden US-Dollar für STRC-Vorzugsaktien verfügt das Unternehmen über ausreichend Spielraum, um das prognostizierte Kaufvolumen zu erreichen.

Wie Strategy seine Bitcoin-Käufe finanziert

JPMorgans Schätzung unterstreicht, dass Strategy sowohl im Bullen- als auch im Bärenmarkt eine zentrale Rolle spielt. Das Unternehmen könnte nicht nur eine Preisuntergrenze für Bitcoin schaffen, sondern auch die marginale Nachfrage konzentrieren – abhängig von seiner Fähigkeit, Kapital über Aktien- und Vorzugsaktienemissionen zu beschaffen.

Bei einem jährlichen Kaufvolumen von 30 Milliarden US-Dollar würde Strategy bis 2026 etwa das 2,3-fache der jährlichen Bitcoin-Neuemission nach dem Halving (164.250 Bitcoin) absorbieren. Der Mechanismus hinter diesen Käufen funktioniert wie ein Kapitalkreislauf: Strategy beschafft sich Kapital über den öffentlichen Markt, wandelt es in Bitcoin um und nutzt das Wachstum pro Aktie, um weitere Investorennachfrage zu generieren. Dadurch können weitere Emissionen und Käufe getätigt werden.

Bis zum 3. Mai hat Strategy in diesem Jahr bereits 11,68 Milliarden US-Dollar eingesammelt, wobei die STRC-Vorzugsaktien mit 5,58 Milliarden US-Dollar einen Anstieg von 189 % im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen. Die Emissionen skalieren auf 8,5 Milliarden US-Dollar in neun Monaten und treiben das ausstehende Vorzugsaktienvolumen auf über 13,5 Milliarden US-Dollar.

Der STRC-Mechanismus: Stabilität durch Dividendenanpassung

Strategy hat den STRC-Mechanismus so gestaltet, dass die Vorzugsaktien nahe ihrem Nennwert von 100 US-Dollar gehandelt werden. Dies geschieht durch die Anpassung der monatlichen Dividendenrate, um die Investorennachfrage zu steuern und ein konsistentes Emissionsfenster zu gewährleisten. Wenn STRC bei oder über dem Nennwert gehandelt wird, verkauft Strategy zusätzliche Aktien und verwendet die Erlöse für Bitcoin-Käufe – wodurch die Nachfrage nach Erträgen in Bitcoin-Nachfrage umgewandelt wird.

Der Kreislauf von Strategy wandelt die 11,68 Milliarden US-Dollar an Investorennachfrage für MSTR und STRC in wiederkehrende Bitcoin-Käufe um – vorausgesetzt, STRC wird nahe seinem Nennwert gehandelt. Laut K33 stiegen die mit STRC verbundenen Bitcoin-Käufe von 4.467 Bitcoin im Januar auf 22.131 im März und 46.872 im April. Bei einem annualisierten Volumen von 30 Milliarden US-Dollar würden diese Käufe etwa 378.000 Bitcoin pro Jahr absorbieren – das 2,3-fache der täglichen Bitcoin-Neuemission nach dem Halving (450 Bitcoin pro Tag).

Strategy als paralleler Nachfragekanal zu Spot-ETFs

Die US-amerikanischen Spot-Bitcoin-ETFs halten seit ihrem Start insgesamt etwa 1,33 Millionen Bitcoin. Ein jährlicher Kauf von 30 Milliarden US-Dollar durch Strategy würde etwa 51 % der gesamten Nettozuflüsse der Spot-ETFs (59,18 Milliarden US-Dollar) entsprechen. Mit seinen 818.869 Bitcoin entspricht Strategy bereits etwa 62 % der ETF-Bestände und etabliert sich damit als paralleler Nachfragekanal.

Systematische Kaufstrategie: Absorption von Marktvolatilität

Strategy kauft systematisch während Markteinbrüchen, da der durchschnittliche Einstandspreis von 75.540 US-Dollar etwa 5,1 % unter dem aktuellen Bitcoin-Preis von rund 79.373 US-Dollar liegt. Dies zeigt, dass das Unternehmen durch Marktvolatilität akkumuliert. Mit einer verbleibenden Emissionskapazität von 45,81 Milliarden US-Dollar für MSTR und STRC hat Strategy ausreichend Spielraum für nachhaltige Käufe.

Bei einem täglichen Kaufvolumen von 1.036 Bitcoin würde Strategy mehr als das Doppelte der täglichen Bitcoin-Neuemission absorbieren und damit das verfügbare Angebot im Laufe des Jahres deutlich reduzieren. Im April, als STRC bei oder über 100 US-Dollar gehandelt wurde, führte Strategy 46.872 Bitcoin an STRC-verbundenen Käufen durch – trotz gemischter ETF-Zuflüsse. Dies unterstreicht die Fähigkeit von Strategy, gezielt Nachfrage zu generieren, wenn andere institutionelle Kanäle schwächeln.

„Strategy hat sich als einer der wichtigsten institutionellen Käufer von Bitcoin etabliert. Die Prognose von JPMorgan zeigt, wie stark der Einfluss eines einzelnen Unternehmens auf den gesamten Markt sein kann.“

Ausblick: Bitcoin zwischen institutioneller Nachfrage und Marktstruktur

Die Analyse von JPMorgan verdeutlicht, dass institutionelle Käufer wie Strategy zunehmend die Dynamik des Bitcoin-Marktes prägen. Mit einer potenziellen Kaufkraft von 30 Milliarden US-Dollar bis 2026 könnte Strategy nicht nur die Preisentwicklung beeinflussen, sondern auch die Marktstruktur nachhaltig verändern. Die Kombination aus Spot-ETFs, Miner-Angebot und Unternehmensnachfrage schafft eine neue Realität für Bitcoin – eine Realität, in der institutionelle Akteure eine immer größere Rolle spielen.