Die britische Sportwagenmarke Lotus kehrt mit einem neuen Hybrid-Supercar in ihr Stammsegment zurück. Das als Type 135 bezeichnete Modell soll 2028 auf den Markt kommen und wird voraussichtlich über einen V8-Motor mit Hybridantrieb sowie mehr als 980 PS (700 kW) verfügen. Damit setzt Lotus ein klares Zeichen: Trotz der bisherigen Fokussierung auf Elektrofahrzeuge wie den Eletre SUV und die Emeya-Limousine bleibt die Marke Verbrennern verbunden – zumindest in der Nische der Hochleistungsfahrzeuge.

Neue Strategie: 60 % Hybrid, 40 % vollelektrisch

Mit dem „Focus 2030“-Plan legt Lotus seine Geschäftsstrategie für die nächsten vier Jahre fest. Ein zentraler Bestandteil ist die Rückkehr zu leistungsstarken Verbrennern, während die Gesamtproduktion zu 60 % aus Hybridfahrzeugen und zu 40 % aus vollelektrischen Modellen bestehen soll. Diese Entscheidung markiert eine Abkehr von der früheren Ankündigung, ausschließlich auf Elektroantriebe umzusteigen.

In den USA wird Lotus künftig ausschließlich Sportwagen anbieten – der Eletre SUV und die Emeya-Limousine werden dort nicht erhältlich sein. Stattdessen konzentriert sich die Marke auf ihre Kernkompetenzen: leichte, leistungsstarke Fahrzeuge mit emotionalem Fahrspaß.

Technische Details: V8-Hybrid mit über 980 PS

Die ersten technischen Details zum Type 135 sind noch spärlich, doch Lotus bestätigte bereits ein Hybrid-V8-Aggregat mit mindestens 986 PS (1.000 PS). Ein erstes Teaser-Bild zeigt die Heckpartie des Supercars, das starke Ähnlichkeiten mit dem Theory 1-Konzept aus dem Jahr 2024 aufweist. Auffällig sind die schlanken LED-Rückleuchten, die über zwei runde Endrohren platziert sind, sowie die goldfarbene Lotus-Schrift am Heck.

Noch ist unklar, welcher Motorenhersteller den V8 liefern wird. Mercedes-AMG kommt als möglicher Partner infrage, da das Unternehmen bereits die Vier-Zylinder-Motoren für den Emira liefert. Zudem arbeitet AMG an einem neuen V8 mit Flachkurbelwelle, der auf dem Motor der aktuellen Mercedes S-Klasse basiert. Alternativ könnte auch Toyota in Frage kommen, das bereits die V6-Motoren für den Emira bereitstellt und kürzlich einen Twin-Turbo-V8-Hybrid (641 PS) im GR-Sportwagen vorgestellt hat.

Hybrid ohne Stecker: Lotus setzt auf klassische Hybridtechnik

Laut Autocar wird der Type 135 einen regulären Hybridantrieb erhalten – ähnlich wie der Corvette E-Ray oder der Porsche 911 Turbo. Ein Plug-in-Hybrid nach dem Vorbild des Ferrari 296 GTB ist nicht geplant, um das Gewicht niedrig zu halten. Diese Entscheidung unterstreicht Lotus‘ Bestreben, zu seinen Wurzeln als Hersteller leichter, agiler Sportwagen zurückzukehren.

In den letzten Jahren geriet Lotus mit den schweren Elektro-SUVs und Limousinen in die Kritik, da die Marke einst für ihre Leichtbauweise und Fahrfreude stand. Mit dem Type 135 signalisiert das Unternehmen nun eine Rückkehr zu dieser Philosophie.

Emira wird leistungsstärkste Version: Bis zu 952 PS

Parallel zur Hybrid-Offensive wird Lotus den Emira weiterentwickeln. In den nächsten Wochen soll die leistungsstärkste und leichteste Version des Sportwagens vorgestellt werden. Der bisherige Emira mit V6-Motor (360 PS) wird damit zum Spitzenmodell mit Hybridantrieb und bis zu 952 PS (939 hp / 700 kW) ausgebaut.

Der neue X-Hybrid-Antrieb des Eletre X, der bereits in China präsentiert wurde, kommt ab dem vierten Quartal 2024 auch nach Europa – allerdings nur für den SUV. Die Emeya-Limousine wird diese Hybrid-Technik vorerst nicht erhalten.

Esprit-Name möglich: Lotus sucht Anschluss an die Legende

Obwohl Lotus den neuen Supercar zunächst nur unter dem Projektnamen Type 135 führt, könnte das Modell den legendären Esprit-Namen tragen. Der letzte Lotus Esprit lief 2004 vom Band. Eine offizielle Bestätigung steht jedoch noch aus. Sollte Lotus den Namen wiederbeleben, wäre dies ein starkes Signal an Fans und Sammler.

„Mit dem Type 135 kehrt Lotus zu seinen Wurzeln zurück – leistungsstark, leicht und mit einem echten V8-Sound. Gleichzeitig bleibt die Marke ihrer Hybrid-Strategie treu, um die Balance zwischen Innovation und Tradition zu wahren.“

Zukunftspläne: Lotus bleibt hybridlastig

Trotz der Rückkehr zu Verbrennern im Supercar-Segment setzt Lotus weiterhin auf eine breite Produktpalette. Bis 2030 soll das Verhältnis von Hybrid- zu vollelektrischen Fahrzeugen bei 60:40 liegen. Die Marke bleibt damit ein wichtiger Akteur in der Elektroauto-Branche, ohne ihre ikonischen Verbrenner-Modelle zu vernachlässigen.

Der Type 135 könnte der erste Schritt sein, um Lotus wieder als Hersteller von Hochleistungsfahrzeugen mit Charakter und Emotion zu etablieren – und gleichzeitig die Zukunft mit Hybrid- und Elektroantrieben zu gestalten.

Quelle: CarScoops