Der 787B: Ein Meilenstein mit Feuer und Flamme
Nur ein Rotationsmotor hat jemals die 24 Stunden von Le Mans gewonnen – und dieser Motor ist ein echter Hochleistungsmotor: Er dreht bis zu 9.000 U/min und stößt Flammen aus dem Auspuff. Mazda will verhindern, dass dieser Motor und die Fahrzeuge, die er antreibt, zu staubigen Museumsexponaten werden. Die Motorsportabteilung des Herstellers veröffentlichte kürzlich ein Video auf YouTube, das zeigt, wie der große Vierrotor-Motor des 787B instand gehalten wird.
Ein Motor, der Geschichte schrieb
Nach Jahren des Versuchs gelang Mazda 1991 mit dem 787B der Sieg in Le Mans – im selben Jahr, in dem das Straßenauto FD RX-7 auf den Markt kam. Doch anders als der bekannte Zweirotormotor 13B des RX-7 verfügte der 787B über einen Vierrotor namens R26B. Dieser Motor leistete im Rennbetrieb schätzungsweise 700 PS. Obwohl er auf ähnlichen Rotoren wie die Straßenmotoren basierte, unterschieden sich fast alle anderen Komponenten. Selbst die Anzahl der Zündkerzen war höher: Statt zwei hatte er drei, um die Kraftstoffeffizienz zu verbessern.
Herausforderungen bei der Restaurierung
Die Suche nach Ersatzteilen gestaltet sich schwierig, doch die Robustheit dieser Motoren bedeutet, dass überlebende Rennmotoren auch im Ruhestand noch lange halten. Laut Mazda sind die Hauptkomponenten in gutem Zustand. Das liegt unter anderem an technischen Tricks wie Keramik-Apexdichtungen und stärkeren Spannfedern, die das typische "Rattern" der Stahl-Apexdichtungen in Straßenmotoren bei hohen Drehzahlen verhindern. Diese Dichtungen an den Ecken der dreieckigen Rotoren sorgen für die Kompression, sind aber ein bekannter Schwachpunkt von Rotationsmotoren.
Besondere Aufmerksamkeit gilt auch der Innenfläche des Gehäuses, die bei Überhitzung schrumpfen und die Dichtung brechen kann. Bei einer Restaurierung wird die Dicke der Innenfläche mit der weniger hitzebelasteten Außenfläche verglichen, um sicherzustellen, dass sie den Spezifikationen entspricht.
"Diese Motoren sind extrem langlebig. Alles, was nach einem Rennbetrieb übrig bleibt, sollte auch nach Jahrzehnten noch in gutem Zustand sein."
Vom Sieger zum Understatement – und zurück?
Nach dem historischen Sieg 1991 änderten sich die Regeln, sodass Rotationsmotoren nicht mehr wettbewerbsfähig waren. Mazda blieb bis 2018 der einzige japanische Hersteller, der Le Mans gewann – bis Toyota erstmals siegte. Mazda kehrte später mit einem Diesel- und später einem turbogeladenen Vierzylinder in den Top-Sport zurück, bevor das Engagement nach der Saison 2021 eingestellt wurde.
Während die MX-5 Cup-Serie weiterhin für Spaß sorgt, macht das Fehlen eines aktuellen Mazda-Werksteams im Sportwagenrennsport die Pflege der historischen Rennwagen umso wichtiger. Sie sind ein Beweis für das Können Mazdas und erinnern an eine Ära, die sich so nicht wiederholen wird. Trotz anhaltender Gerüchte über ein Comeback des Rotationsmotors ist ein neues Mazda-Rotationssportauto unter den aktuellen Marktbedingungen unwahrscheinlich – geschweige denn ein neuer Le-Mans-Kandidat mit Rotationsmotor.
Ein Blick hinter die Kulissen
Das sechsminütige Video von Mazda Motorsport gibt Einblicke in die aufwendige Restaurierung des 787B. Es zeigt, wie Mechaniker den einzigartigen Vierrotor-Motor instand setzen und dabei auf historische Technologien zurückgreifen. Ein Muss für jeden Fan von Rennsportgeschichte und Ingenieurskunst.