Teures Wohnen treibt Familien zusammen
Die anhaltende Inflation und explodierende Immobilienpreise verändern den amerikanischen Wohnungsmarkt grundlegend. Immer mehr Familien weichen auf multigenerationale Wohnkonzepte aus, um sich die hohen Kosten zu teilen. Laut einem aktuellen Bericht von Realtor.com sind Häuser, die mehrere Generationen unter einem Dach vereinen können, besonders gefragt – und erzielen deutlich höhere Preise als klassische Familienhäuser.
Doppelt so teuer, aber trotzdem schnell verkauft
Im Jahr 2025 lag der Medianpreis für ein multigenerationales Haus bei 709.000 US-Dollar – ein Aufschlag von 65 % gegenüber dem Durchschnittspreis von 429.900 US-Dollar für herkömmliche Einfamilienhäuser. Selbst bei vergleichbarer Wohnfläche verlangen solche Immobilien 262 US-Dollar pro Quadratmeter, während Standardhäuser nur 215 US-Dollar kosten.
„Multigenerationales Wohnen ist ein entscheidender Faktor auf dem Immobilienmarkt“, erklärt Hannah Jones, Senior Economic Research Analyst bei Realtor.com. „Es geht nicht nur um finanzielle Vorteile, sondern auch um gemeinsame Verantwortung und Fürsorge – eine Wohnform, die das Familienleben in den USA nachhaltig prägt.“
Besondere Ausstattung macht den Unterschied
Multigenerationale Häuser sind oft mit speziellen Features ausgestattet, die das Zusammenleben erleichtern:
- Einliegerwohnungen oder ADUs (Accessory Dwelling Units)
- Zusätzliche Küchen
- Mehrere separate Eingänge
- Barrierefreie Räume
Diese Eigenschaften machen es möglich, dass Großeltern, Eltern und Kinder unter einem Dach leben, ohne sich gegenseitig zu stören.
Wo sind multigenerationale Häuser am beliebtesten?
Die Verfügbarkeit und Preise variieren stark je nach Region. Besonders in Kalifornien sind solche Immobilien weit verbreitet. Die Städte mit dem höchsten Anteil an multigenerationalen Wohnangeboten sind:
- Los Angeles (23,7 %)
- San Diego (22,7 %)
- San José (18,0 %)
- San Francisco (17,4 %)
- Riverside (14,9 %)
In teuren Metropolen wie San Francisco beträgt der Aufpreis für ein multigenerationales Haus im Schnitt nur 8,4 % – ein moderater Unterschied im Vergleich zu anderen Regionen.
In diesen Städten explodieren die Preise
Anders sieht es in Städten mit geringerem Angebot aus. In Detroit kosten multigenerationale Häuser im Schnitt 120 % mehr als Standardimmobilien. Gleichzeitig verzeichnen sie 82 % mehr Interessenten als herkömmliche Häuser. Ähnlich verhält es sich in Cleveland (3,1 % Anteil) und Buffalo (2,5 % Anteil), wo solche Objekte extrem selten sind und entsprechend hohe Aufschläge erzielen.
„In Märkten wie Detroit oder Cleveland sind multigenerationale Häuser eine Seltenheit. Wenn eines auf den Markt kommt, gibt es sofort massive Nachfrage – ein klares Zeichen dafür, dass das Angebot die Nachfrage bei Weitem nicht deckt.“
Hannah Jones, Realtor.com
Trend mit Zukunft
Der Trend zum multigenerationalen Wohnen ist kein vorübergehendes Phänomen. Steigende Mieten, hohe Baukosten und der Wunsch nach familiärer Unterstützung werden diesen Markt weiter antreiben. Für Investoren und Bauherren könnte dies eine lukrative Nische sein – vorausgesetzt, sie passen ihr Angebot an die wachsende Nachfrage an.