Medvi: Ein KI-Startup mit fragwürdigen Methoden

Der New York Times veröffentlichte kürzlich einen Artikel über das Startup Medvi, das als KI-gestützte Marketingplattform für Telemedizin und Apotheken fungiert und GLP-1-Abnehmmedikamente vertreibt. Der Bericht porträtierte Medvi als rasanten Erfolg einer Ein-Mann-Firma, die kurz vor der Milliardenbewertung steht.

Fehlende Fakten im ursprünglichen Artikel

Leser kritisierten jedoch, dass der Artikel zentrale Informationen ausließ, die Medvis Ruf erheblich beschädigen. So fehlten Hinweise auf eine Warnung der US-Gesundheitsbehörde FDA wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Marketingregeln sowie Details zu mehreren anhängigen Klagen, darunter eine Sammelklage wegen Verstößen gegen Spam-Gesetze in Kalifornien.

Zudem hatte Medvi laut Recherchen des Magazins Futurism unseriöse Marketingpraktiken angewandt: Das Unternehmen behauptete fälschlich, mit einem Arzt zusammenzuarbeiten, der dies bestritt. Zudem wurden manipulierte „Vorher-Nachher“-Bilder mit zufällig ausgewählten Personen als angebliche Medvi-Patienten verwendet.

New York Times korrigiert Artikel nach Kritik

Aufgrund der öffentlichen Reaktionen ergänzte die New York Times den Artikel um einen redaktionellen Hinweis. Darin räumt das Blatt ein, dass wichtige Informationen fehlten:

„Nach Veröffentlichung des Artikels wiesen viele Leser darauf hin, dass Medvi mit rechtlichen und regulatorischen Konsequenzen konfrontiert ist. Unser Artikel hätte diese Informationen enthalten müssen, um den Lesern ein vollständigeres Bild der Vorwürfe gegen das Unternehmen zu vermitteln.“

„Wir haben den Artikel aktualisiert und auf einen Warnbrief der FDA sowie eine anhängige Sammelklage wegen Verstößen gegen das kalifornische Anti-Spam-Gesetz hingewiesen.“

Ein Anwalt kommentierte die Korrektur mit den Worten:

„Wir hätten zumindest die grundlegendsten Recherchen zu dem Unternehmen durchführen sollen.“

Medvis Reaktion: Schuld bei Partnern, nicht beim Unternehmen

Medvi veröffentlichte eine Stellungnahme, in der das Unternehmen die Kritik vor allem auf „unlautere Affiliate-Marketingpartner“ schiebt. Auf konkrete Fragen zu Compliance-Verstößen und irreführender Werbung ging die Firma nicht ein.

Hintergrund: Medvis Geschäftsmodell und Kontroversen

  • Kernangebot: KI-gestützte Marketinglösungen für Telemedizin und Apotheken, speziell für GLP-1-Abnehmmedikamente.
  • Gründung: Ein Ein-Mann-Team, das trotz minimaler Ressourcen rasant wächst.
  • Kritikpunkte:
    • FDA-Warnung wegen falscher und irreführender Werbung
    • Anhängige Sammelklage wegen Spam-Verstößen in Kalifornien
    • Manipulierte Patientenbilder und falsche Arztkooperationen
Quelle: Futurism