Der ehemalige US-Senator Ben Sasse (R–Neb.), der zuvor Präsident der University of Florida war, gab Ende Dezember bekannt, dass bei ihm ein Stadium-4-Pankreaskrebs diagnostiziert wurde.
"Fortgeschrittener Pankreaskrebs ist eine schreckliche Krankheit; es ist ein Todesurteil",erklärte er. Diese Aussage trifft zu: Patienten mit dieser Diagnose haben derzeit eine 5-Jahres-Überlebensrate von nur etwa 3 Prozent und leben oft weniger als ein Jahr nach der Diagnose.
Neue Therapien könnten die Prognose verbessern
Doch die Forschung macht Fortschritte. Kürzlich wurden vielversprechende Ergebnisse bei der Behandlung von fortgeschrittenem Pankreaskrebs veröffentlicht, die die Lebenserwartung deutlich erhöhen und in einigen Fällen sogar zur Heilung führen könnten.
Medikament Daraxonrasib verdoppelt Überlebenszeit
Sasse nimmt an einer klinischen Studie mit dem neuen Medikament Daraxonrasib teil, entwickelt vom Unternehmen Revolution Medicines. Das Medikament zielt auf eine schwer angreifbare RAS-Mutation ab, die in etwa 90 Prozent aller Pankreaskrebsfälle das Tumorwachstum antreibt. Laut Unternehmensangaben verdoppelte das Medikament die Gesamtüberlebenszeit von 6,7 auf 13,2 Monate. Revolution Medicines plant nun, die Zulassung bei der US-Arzneimittelbehörde FDA zu beantragen.
Personalisierter mRNA-Impfstoff zeigt erste Erfolge
Forscher des Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New York berichteten kürzlich über den Erfolg eines neuen therapeutischen mRNA-Impfstoffs gegen Pankreaskrebs. Der Impfstoff funktioniert, indem er Boten-RNA in Zellen einschleust, die diese anweist, Tumorproteine zu produzieren. Diese aktivieren das Immunsystem, um Krebszellen zu bekämpfen.
In Zusammenarbeit mit dem Unternehmen BioNTech (bekannt für den COVID-19-Impfstoff mit Pfizer) und Genentech entwickelte das Team einen Impfstoff, der eine spezifische RAS-Mutation ins Visier nimmt. Die Forscher entfernten bei 16 Patienten im Frühstadium die Tumore und analysierten deren genetische Mutationen. Anschließend wurden individuelle mRNA-Impfstoffe hergestellt, die auf die spezifischen Krebsursachen jedes Patienten zugeschnitten waren.
Bei acht der 16 Patienten löste der Impfstoff eine starke Immunantwort aus. Von diesen acht Patienten lebten sieben vier bis sechs Jahre nach der Operation – deutlich länger als der Durchschnitt von etwa zweieinhalb Jahren nach einer Pankreaskrebsdiagnose. Nur zwei der acht Patienten, deren Immunsystem nicht auf den Impfstoff ansprach, überlebten. Nun startet eine größere Phase-2-Studie, um die Wirksamkeit weiter zu testen.
mRNA-Impfungen gegen COVID-19 könnten Krebsbehandlungen unterstützen
Eine im Oktober veröffentlichte Studie deutet darauf hin, dass eine COVID-19-mRNA-Impfung das Immunsystem so vorbereitet, dass es besser auf Krebs-Immuntherapien anspricht. Patienten, die innerhalb von 100 Tagen nach Beginn einer Krebsimmuntherapie eine mRNA-COVID-19-Impfung erhielten, zeigten in verschiedenen Studien eine signifikant verbesserte Überlebensrate.
Diese Ergebnisse widerlegen die falschen Behauptungen, dass mRNA-Impfstoffe zu einer Zunahme von "Turbo-Krebs" führen würden.