Hugh Williams: Kein klassischer "Sad Dad"
Pragmata, das neue Spiel von Quantic Dream, setzt sich bewusst von den emotional überladenen "Sad-Dad-Games" der 2010er ab. Protagonist Hugh Williams verkörpert nicht die typische Figur des reuigen, gewalttätigen Vaters. Stattdessen präsentiert er sich als gelassener, selbstbewusster Abenteurer, der sich weder für seine Vergangenheit schämt noch seine Taten bereut.
Die Klischees der "Sad-Dad-Games"
Spiele wie The Last of Us, God of War oder The Walking Dead prägten in den 2010ern ein Genre, in dem ältere, gewalttätige Protagonisten mit emotionalen Konflikten kämpften. Diese Figuren waren oft von Schuldgefühlen geplagt, fürchteten, ihre Schützlinge zu korrumpieren, und vermittelten eine Mischung aus Gewalt und Reue. Pragmata vermeidet diese Fallstricke bewusst.
Hugh Williams: Ein ungewöhnlicher Protagonist
Hugh Williams ist weder ein trauernder Vater noch ein gebrochener Held. Sein zentrales Merkmal ist seine emotionale Stabilität. Er zeigt keine Anzeichen von Schuld oder Reue, selbst wenn er Gewalt anwendet – etwa gegen recycelbare Roboter auf einer Mondbasis. Sein Leben wirkt auf den ersten Blick unspektakulär: Er wuchs auf, studierte, fand einen Job und landete schließlich auf dem Mond, wo ihn das Schicksal traf. Doch anders als in klassischen "Sad-Dad-Games" ist Hugh nicht für die Katastrophen verantwortlich, die ihn umgeben.
Die Beziehung zu Diana: Keine Vater-Sohn-Dynamik
Die Interaktion zwischen Hugh und Diana, einem kindlichen Roboter, wird oft als Vater-Sohn-Beziehung interpretiert. Doch die Realität ist komplexer. Hugh ist kein Vaterersatz, sondern eher ein erfahrener Begleiter. Ihre Gespräche drehen sich um Themen wie Adoption (Hugh selbst wurde adoptiert) und moralische Werte – nicht um Schuld oder Trauer. Hughs Rat an Diana besteht darin, ein guter Mensch zu sein, ohne dabei in emotionale Abgründe abzutauchen.
Warum Pragmata anders ist
Pragmata verzichtet auf die typischen Klischees des Genres. Statt emotionaler Überladung setzt das Spiel auf Gelassenheit und Selbstbewusstsein. Hugh Williams ist kein gebrochener Held, sondern ein Protagonist, der seine Taten nicht hinterfragt. Diese Herangehensweise macht Pragmata zu einem ungewöhnlichen, aber faszinierenden Spiel.
"Hugh Williams ist kein trauernder Vater, sondern ein Abenteurer, der einfach sein Ding macht – ohne Reue, ohne Schuldgefühle."
Fazit: Pragmata als Gegenentwurf
Während andere Spiele der 2010er und 2020er mit emotionalen Konflikten und Schuldgefühlen arbeiteten, setzt Pragmata auf eine frische, unkonventionelle Erzählweise. Hugh Williams ist kein "Sad Dad", sondern ein Protagonist, der sich von den Klischees des Genres löst. Das macht das Spiel zu einem interessanten Gegenentwurf zu den klassischen Vaterfiguren der Gaming-Welt.