Washington – Das US-Repräsentantenhaus hat am Mittwoch mit 235 zu 191 Stimmen eine dreijährige Verlängerung von Abschnitt 702 des Foreign Intelligence Surveillance Act (FISA) beschlossen. Dieses Programm ermöglicht der Regierung die anlasslose Überwachung von Kommunikation ohne richterliche Anordnung.

Doch der Senat wird das Gesetz voraussichtlich nicht passieren lassen. Dort lehnen Abgeordnete beider Parteien einen von der Hausführung eingebrachten Zusatz ab, der ein Verbot für digitale Zentralbankwährungen (CBDC) vorsieht.

Warum ist das wichtig? Abschnitt 702 läuft am Donnerstag um Mitternacht aus. Sollte bis dahin keine Einigung erzielt werden, droht ein Auslaufen dieses zentralen Instruments der nationalen Sicherheit.

Der gestrige Beschluss im Repräsentantenhaus war das Ergebnis monatelanger interner Verhandlungen innerhalb der Republikanischen Partei. Die Hausführung fügte den CBDC-Bann hinzu, um konservative Abgeordnete zu gewinnen, die strengere Reformen der Überwachungspraxis forderten. Doch dieser Zusatz gilt im Senat als „Giftpille“, wie Mehrheitsführer John Thune (Republikaner, South Dakota) betonte.

Hintergrund: Bereits Anfang des Monats hatte das Repräsentantenhaus eine kurzfristige Verlängerung von FISA beschlossen, nachdem eine Gruppe republikanischer Abgeordneter Versuche für eine fünf- oder 18-monatige Verlängerung blockiert hatte. Diese Notlösung sollte der Führung zwei weitere Wochen verschaffen, um eine langfristige Lösung zu finden.

Was kommt als Nächstes? Der Senat plant nun, eine eigene Verlängerung des Überwachungsprogramms vorzulegen. Diese müsste anschließend erneut vom Repräsentantenhaus verabschiedet werden. Ohne den umstrittenen CBDC-Zusatz oder grundlegende Reformen des Programms wird die Vorlage im Senat jedoch auf erhebliche Widerstände stoßen.

Quelle: Axios