Die San Francisco Climate Week hat sich in ihrem vierten Jahr als eine der wichtigsten Plattformen für Klimainnovationen etabliert – und die diesjährige Ausgabe war größer und dynamischer denn je. Während 2024 noch der Hype um generative KI und ihre Rolle in Klimaschutzlösungen dominierte, lag der Fokus 2025 auf einem anderen Megatrend: dem rasanten Ausbau von Datenzentren und der Frage, wie die bestehende Strominfrastruktur durch intelligente Lösungen effizienter genutzt werden kann.
Mit einer geschätzten Verdopplung der Teilnehmerzahl im Vergleich zum Vorjahr – rund 60.000 Besucher wählten aus über 700 Veranstaltungen – wurde deutlich, dass die Klimatech-Branche ihre Strategien neu ausrichtet. Angesichts der aktuellen geopolitischen Unsicherheiten, hoher Energiepreise und der anhaltenden KI-getriebenen Nachfrage nach Rechenleistung scheint die Investition in Dateninfrastruktur ein logischer Schritt zu sein. Schließlich hält die KI-Wirtschaft die US-Wirtschaft in diesen turbulenten Zeiten stabil.
Doch nicht nur Datenzentren standen im Fokus. Auch kritische Rohstoffe wie Lithium, Helium und Wasserstoff waren ein zentrales Thema. Gleichzeitig rückten Themen wie Anpassung an den Klimawandel und Resilienz stärker in den Vordergrund. Auf einer hochtechnischen Podiumsdiskussion zu dezentralen Energieressourcen und virtuellen Kraftwerken ging es schließlich wieder um die Herausforderungen, die KI und Datenzentren an das Stromnetz stellen.
Ein besonderes Highlight war das Heatmap House, eine ganztägige Veranstaltung mit Gesprächen und Roundtables mit führenden Klimaforschern und Investoren. Ein Investor berichtete etwa von einer ungewöhnlichen, aber vielversprechenden Investition: einem Startup für Laborfleisch. Mein Kollege Robinson Meyer moderierte zudem zwei kontroverse Diskussionen zum Thema Solar Radiation Management – einem umstrittenen geoengineering-Ansatz, der durch den Einsatz von Aerosolen Sonnenlicht reflektieren soll. Zuerst sprach er mit dem CEO von Stardust Solutions, einem Unternehmen, das diese Technologie bereits praktisch umsetzt, gefolgt von einem Befürworter der Forschung, der jedoch eine kommerzielle Nutzung in naher Zukunft ablehnt.
Eine Konferenz mit Hunderten von Einzelveranstaltungen lässt sich nur schwer in wenigen Worten zusammenfassen. Doch eines wurde klar: Die Klimatech-Branche sucht nach pragmatischen Lösungen, die sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch tragfähig sind. Im Folgenden drei wichtige Entwicklungen, die während der Climate Week vorgestellt wurden – zwei zum Ausbau von Datenzentren und eine zu kritischen Rohstoffen.
Neue Finanzierung für kritische Rohstoffe: Atana Elements hebt 27,5 Millionen Dollar ab
Auf einer Veranstaltung der Climate Week gab der CEO von Atana Elements, Thomas Wilson, bekannt, dass das Startup für Rohstoffexploration eine Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von 27,5 Millionen Dollar abgeschlossen hat. Die Runde wurde unter anderem von Earthshot Ventures, Lowercarbon Capital und Hitachi Ventures unterstützt. Laut SEC-Einreichungen wurde die Finanzierung bereits im Stillen abgeschlossen.
Atana Elements ist zwar erst 2024 aus dem Lithium-Extraktionsspezialisten Lilac Solutions ausgegründet worden, verfolgt aber einen anderen Ansatz. Während Lilac an einer sauberen Methode zur Lithiumgewinnung aus Salzlaugen arbeitet, konzentriert sich Atana auf die Erkundung kritischer Rohstoffe in frühen Phasen. Dazu gehören nicht nur Lithium, sondern auch andere in Flüssigkeiten gelöste Mineralien wie Helium und Wasserstoff. Die Finanzierung soll die weitere Erschließung dieser Ressourcen beschleunigen und damit die Abhängigkeit von traditionellen Bergbaumethoden verringern.